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Die AHA und Nintendo betreiben nun gemeinsam die Website www.activeplaynow.com.
 
Kardiologie 25. Mai 2010

Umstrittene Kooperation

American Heart Association und Nintendo schlossen einen Pakt für mehr Bewegung.

Wer in den USA in Zukunft eine Nintendo Wii® kauft, wird auf der Verpackung auch das Logo der American Heart Association (AHA) finden. Die amerikanische kardiologische Gesellschaft und der Spielkonsolenhersteller sind eine strategische Partnerschaft eingegangen, die nun kontrovers diskutiert wird.

 

Nachdem bekannt geworden war, dass Nintendo in Zukunft damit werben kann, dass die Bewegungsspiele für die Wii®-Konsolen zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfällen geeignet sind, wurden unter amerikanischen Medizinern kritische Stimmen laut, wie auf ABC News berichtet wurde. Die betreffenden Videospiele werden nicht mittels Joystick, sondern über Körperbewegungen gesteuert, wodurch auch chronische „Stillsitzer“ zu Aktivität motiviert werden. Kritisiert wird, dass der gesundheitliche Effekt von realem Sport mit der Bewegung bei Konsolenspielen nicht zu vergleichen ist. Das AHA-Logo müsste konsequenterweise dann ja, wird argumentiert, auch auf jedem Basketball kleben.

Hinzu kommt, dass die AHA für diese Kooperation 1,5 Millionen Dollar erhalten hat. Nun wird von Kritikern angezweifelt, dass die AHA in Zukunft Nintendo-Produkte und solche von Konkurrenten auf dem Spielemarkt nach denselben Maßstäben beurteilen könne: Es wird befürchtet, dass die AHA im Fall, dass ein anderer Spielehersteller ein Produkt auf den Markt bringt, mit dem sich Spieler zu noch mehr Bewegung animieren lassen als mit der Nintendo Wii®, keine Empfehlung dazu abgeben kann, weil sie bereits einen Exklusivvertrag mit Nintendo hat.

Die AHA rechtfertigt sich in einer Stellungnahme damit, dass sie durch diese Kooperation eine neue Zielgruppe erreichen kann, die bisher für präventive Kampagnen schwer zugänglich war. „Uns ist wichtig, diejenigen, die völlig inaktiv sind, dazu zu bringen, irgendetwas zu tun.“ Das Geld fließe indes großteils in die Präventionsplattform der AHA, die über die Vorbeugung von Herzerkrankungen und Schlaganfällen informiert.

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