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Diabetologie 11. Mai 2010

Diabetes-Prävention mit „Fit statt fett“

Die sitzende Lebensweise der Kinder und Jugendlichen ist ihrer Gesundheit abträglich. Die Zahl Übergewichtiger nimmt zu. Wie man bei den Kids mit Bewegung Übergewicht vorbeugen und Fettleibigkeit behandeln kann, sind Themen der DDG-Tagung.

Jährlich erkranken etwa 200 Kinder und Jugendliche in Deutschland neu an Typ-2-Diabetes. In Österreich ist schätzungsweise jeder fünfte Schüler zwischen elf und 13 Jahren übergewichtig. Etwa fünf Prozent der Wiener Schulkinder leiden an Adipositas – und der größte Teil der stark Übergewichtigen trägt diese Last lebenslang. Übergewicht ist eine Ursache für die Entstehung der Stoffwechselkrankheit Typ-2-Diabetes bereits bei jungen Menschen. Wirksame präventive Maßnahmen sind nötig.

Viele Kinder verbringen ihre Zeit lieber vor dem Fernseher oder Computer, als sich auf dem Spielplatz auszutoben. Sie sind deshalb heute körperlich weniger fit als das ihre Eltern im gleichen Alter waren. „Die Fitness der Zehnjährigen hat zwischen 1980 und 2000 um zehn bis zwanzig Prozent abgenommen“, berichtet PD Dr. med. Dr. Sportwiss. Christine Graf, Mitarbeiterin des Instituts für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Kinder spielen zu wenig draußen

In den 1970er-Jahren waren Kinder noch drei bis vier Stunden am Tag an der frischen Luft. Heute sind Sportmediziner schon froh, wenn Kinder sich eine Stunde am Tag bewegen. Laut US-Studien hat außerdem jeder siebente fettleibige Teenager bereits ein Metabolisches Syndrom. Diese Stoffwechselstörung mit erhöhten Werten von Blutzucker und Blutfetten, einem Bluthochdruck und Übergewicht ist eine Vorstufe des Diabetes. Bei schlanken Teenagern hingegen finde man ein Metabolisches Syndrom sehr selten, so Graf.

Ihr Rezept gegen Gewichts- und Gesundheitsprobleme von Kindern ist die Förderung sportlicher Aktivitäten. Diese sollte möglichst im Vorschulalter erfolgen und das gesamte familiäre Lebensumfeld der Kinder und Jugendlichen einbeziehen, fordert Graf. Ein höheres Risiko für Übergewicht haben unter anderem Kinder mit Migrationshintergrund und solche aus ärmeren Familien.

Mehr bewegen

Die gezielte Förderung von Bewegung ist auch der Schlüssel im Therapiekonzept für adipöse, also stark übergewichtige, Kinder und Jugendliche. „Eine bewegungsreiche Alltags- und Freizeitgestaltung kann den Gesamtenergieumsatz deutlich steigern und das Gewicht verringern“, betont Dr. sportwiss. Robert Jaeschke, Bewegungstherapeut der Fachkliniken Wangen, Deutschland. Bewegungstherapeutische Maßnahmen bei Kindern und Jugendlichen mit Adipositas sollten jedoch immer in ein multidisziplinäres Therapiekonzept mit medizinischen, psychologischen ernährungs- und psychotherapeutischen Maßnahmen integriert werden, so Jaeschke. Ziel ist, die jungen Patienten zu regelmäßigem Training hinzuführen, aber auch ihre Alltagsaktivitäten zu steigern und inaktive Verhaltensweisen, insbesondere den Medienkonsum, zu senken.

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