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Abb. 1: Kein Individuum kann die Grenzen seiner persönlichen Erfahrung, d. h. auch seiner Selbstdefinition und Werthaltungen, überschreiten.
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Abb. 2: Über Sexuelles wird nicht gesprochen, Wissen und Erfahrungen werden nicht ausgetauscht.

 
Kinder- und Jugendheilkunde 24. Februar 2010

Vom Umgang mit pädosexuellen Straftätern

Such- und Suchthandlungen kann man kontrollieren und durch befriedigendere, beglückendere, salutogenere ersetzen.

Wenn die Interpol wieder einen so genannten Kinderporno-Ring aushebt, stehen viele verständnislos vor diesem Phänomen und fragen sich, was das denn für Männer seien, die ihre sexuellen Strebungen auf vorpubertäre Kinder, oft sogar Säuglinge richten.

Konstruktionen

Der Irrtum dabei ist, dass dieses Verhalten dem Allgemeinbegriff „sexuell“ untergeordnet wird. Dieser orientiert sich immer noch vorwiegend am Fortpflanzungsgeschehen oder seinen Imitations- bzw. Verhütungsformen, umschließt also auf einverständliche Penetration zielgerichtete Fantasien und Handlungen. Dabei wird vergessen, dass dieses Durchdringen auch Misshandlung, Verletzung und damit Folterung eines anderen Menschen darstellen kann. Diese Formen von Machtmissbrauch können, müssen aber nicht sexualisiert werden.

Der Kriminalpsychologe und Profiler Thomas Müller unterscheidet bei den so genannten Sexualstraftaten

 

  • Handlungen, bei denen ein nicht sexuelles Bedürfnis mit sexuellen Mitteln befriedigt wird – z. B. die auf Unterwerfung, d. h. Machtausübung zielende Vergewaltigung, und
  • Handlungen, bei denen ein sexuelles Bedürfnis mit nicht-sexuellen Mitteln befriedigt wird – z. B. ein Lustmord.

 

Ich selbst definiere Sexualstraftaten als strafbare Handlungen an oder mittels der Genitalien. Damit löse ich die Strafbarkeit von Motiv und Ziel und beschränke mich rein auf die Faktizität. Das tue ich, weil ich, dem radikalen Konstruktivismus eines Ernst v. Glasersfeld entsprechend, davon ausgehe, dass kein Individuum die Grenzen seiner persönlicher Erfahrung, d. h. auch seiner Selbstdefinition und Werthaltungen, überschreiten kann. Jede Wahrnehmung ist zugleich Selbstwahrnehmung, und die ist immer subjektiv, denn Wahrnehmung ist niemals Abbild der Realität sondern immer eine Konstruktion aus Sinnesreizen und Gedächtnisleistungen des Individuums.

Zu diesen Sinnesreizen gehören auch die Erfahrungen, wie die jeweiligen Bezugspersonen – oder Bezugsmedien – die verschiedenen Phänomene des Alltagslebens, beispielsweise sexuelle, beispielsweise gewalttätige, gutheißend oder verdammend präsentieren. Voraussetzung dazu ist aber die Verbindung von Sinnesreizen mit Worten oder Zeichen, beispielsweise der Bezeichnung „sexuell“: ist eine Gedächtnisspur erst verankert, genügt oft das Wort um die damit verbundenen Emotionen auszulösen. Lehrkräfte kennen dies, wenn beispielsweise neutrale literarische Texte oder physikalische Experimente bei pubertären Jugendlichen anzügliches Grinsen bewirken…

Umgekehrt konnte ich in der therapeutischen Arbeit mit katholischen Geistlichen erfahren, dass für manche nur der mit einer Frau vollzogene Geschlechtsverkehr unter Sexualität fiel, andere Handlungen an und mittels Genitalien waren für sie Nichtigkeiten, nämlich nichts Sexuelles. (Eine ähnliche Konstruktion subjektiver Wahrheit erfuhr die breite Öffentlichkeit von Bill Clinton, als er beteuerte, keine sexuelle Beziehung zu Monica Lewinsky gehabt zu haben.)

 

In meinem Buch „Die Wahrheit wird euch frei machen. Sexuelle Gewalt im kirchlichen Bereich … und anderswo“ habe ich die vier Grundformen des Leugnens ausgeführt:

 

  • Das Leugnen der Tatsachen (der Übergriffe selbst oder von Einzelheiten)
  • Das Leugnen des Wissens (als Teil einer Personenmehrheit, z. B. einer Familie)
  • Das Leugnen der Verantwortung (z. B. wird jemand anderem die Schuld zugeschoben, oft sogar der belasteten Person)
  • Das Leugnen der Auswirkungen (z. B. durch Beschönigung, Verharmlosung oder Verschiebung auf mögliche andere Verursachungen).

 

Leugnen kann auch als Konstruktion einer eigensinnigen Wirklichkeit definiert werden, die im Gegensatz zu dem steht, was die Gesamtgesellschaft als Realität vereinbart hat. Diese Konstruktion kann selbst erschaffen sein – wir sprechen dann von neurotisch, wie bei der Identifikation mit dem Aggressor, oder psychotisch, wie beispielsweise bei paranoiden Durchbrüchen. Oder andere Personen haben das betreffende Konstrukt erfunden und ausgebaut – beispielsweise aus finanziellem Interesse wie die Pornofilmindustrie oder Menschenhandelskartelle. Oder auch der Mitmensch von nebenan mit Zuhältergesinnung. Und die kann auch aus existentieller Not erwachsen, dann, wenn die Menschlichkeit verloren geht.

Reaktionen

Viel öfter ist es hingegen die Suche nach lustvoller Überlegenheit (bzw. Abwehr unlustvoller Unterlegenheit, und zu dieser zählen auch tatsächlich oder auch nur vermutlich vorgeworfene Unwissenheit, Feigheit, Unfähigkeit,…) die Menschen dazu motiviert, andere sexuell auszubeuten. So berichteten seriöse Tageszeitungen1 aus der gerichtlichen Verantwortung eines Mannes, der von einem zehnjährigen Mädchen aus seinem Nahbereich acht Videofilme und 540 Bilddateien mit pornografischem Inhalt angefertigt und auch zum Kauf angeboten hatte, er wäre von Mitgliedern eines einschlägigen Internet-Forums, auf das er bei der Suche nach „normaler“ Pornografie angeblich zufällig gestoßen sei, angestachelt dazu worden. Allerdings konnte ihm nachgewiesen werden, dass er sich in diesem Forum mit seinen Taten gebrüstet, ja sogar im Vorhinein angekündigt hatte, was er als nächstes tun werde. (Der Mann erhielt eine Haftstrafe von sieben Jahren samt Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.)

Ungekehrt erinnere ich mich an einen Klienten in der 1987 gegründeten Ersten Wiener Sexualberatungsstelle2, der sich mit der Frage an uns wendete, ob er nun wirklich mit seiner Stieftochter Geschlechtsverkehr haben müsse. Im Zuge der Exploration stellte sich heraus, dass er von seinen Arbeitskollegen permanent aufgestachelt wurde, er müsse doch das soeben 16 Jahre alt gewordene Mädchen „anstechen“. Sein Problem war also, wie er sich in zivilisierter Form gegen diese Form von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu Wehr setzen könne.

Protzen in der Peergroup gehört zu den klassischen Verhaltensweisen der meist noch selbstunsicheren Jugendlichen auf der Suche nach Identität in der Rangordnung der Gleichen. Welches Persönlichkeitsdetail dabei als das Gleichheit stiftende angesehen wird, hängt dabei üblicherweise von der Peergroup ab – und die bietet sich nach regionalen Kriterien an, beispielsweise nach In-Lokalen, Sporteinrichtungen oder (Drogen-) Umschlagplätzen.

Als ich noch als Führungskraft in der außerschulischen Jugendarbeit tätig war3, sahen wir einige unserer Ziele darin,

  • Jugendlichen dort zu begegnen, wo sie herumlungern – Streetwork war damals erst im Entstehen,
  • mit ihnen in Kommunikation zu gelangen,
  • sie dazu zu motivieren, sich in den sozialpädagogisch / sozialtherapeutisch betreuten Jugendzentren zuerst passiv und dann aktiv zu engagieren und
  • ihr Bewusstsein zu schärfen und sie so zur Mitgestaltung ihrer Lebensumstände bereit und fit zu machen.

 

Zu dieser Bewusstseinschärfung zählte auch das Wissen und Integrieren von sozialen Spielregeln und Umgangsformen – in einer wertschätzenden, verständnisvollen, konsequenten aber dennoch humorvollen, ja oft sogar kabarettreifen Form4. Die dazumal entwickelten Techniken bewähren sich aber auch bei Menschen jenseits des jugendlichen Verhaltens bzw. in schwierigen Situationen, für die es (noch) keine standardisierten Bewältigungsmethoden gibt.

In meinem Buch „Die Wahrheit wird euch frei machen“ habe ich pädophile („Schwärmer“), pädosexuelle („Vergewaltiger“) und pädokriminelle („Vermarkter“) Täter als Uninformierte – Verbitterte – Sadisten differenziert – auch eine Art von Konstruktion, und zwar nach dem Gesichtspunkt prognostizierter Therapierbarkeit. Aus meiner mehr als 40jährigen Arbeit mit übergriffigen Menschen5 konnte ich bei Männern diese Gruppierung vornehmen, indem ich folgendes Reagieren auf meine psychotherapeutischen Interventionen6 feststellte:

 

  • Uninformierte stoppen ihr oft kindlich-pubertäres Verleugnen der Folgen ihres Tuns und damit gesundheitsschädigendes Verhalten sofort, wenn sie erkennen, dass ihr Tun weder harmlos, lustig, noch folgenlos ist. Bei ihnen genügt oft ein Aufklärungsgespräch.
  • Verbitterte benötigen psychotherapeutische Behandlung und oft auch weiterführende Betreuung, weil sie lernen müssen, ihre eigenen Vorbilder, Erfahrungen, Gefühle wahrzunehmen und in Sprache auszudrücken und: sich gegen Rückfallsgefahren (beispielsweise durch das Gerede in ihrer Peergroup) abzugrenzen. Hier wage ich durchaus optimistische Prognosen, vorausgesetzt, es kann das notwendige Setting angeboten werden. Derzeit besteht dieses in Österreich nicht in ausreichendem Maße.
  • Sadisten zeigen sich als so gefühlsblind – alexithym – und meist auch antisozial, dass die üblicherweise verfügbaren Therapiemöglichkeiten mit großer Wahrscheinlichkeit unwirksam bleiben werden. Dennoch sind sie zum Erkenntnisgewinn erforderlich – man sollte sich nur keine markanten Verbesserungen im unkontrollierten Verhalten erwarten. (Bei Kontrolle zeigen diese Männer nämlich hochintelligente Anpassungs- und Tarnleistungen.)

 

Nun hat die so genannte sexuelle Revolution der 1960er Jahre vor allem eine ausufernde Kommerzialisierung der großen Bandbreite menschlichen Dominanz- und Sexualverhaltens gebracht und dazu mehr oder weniger offene Werbung für immer bizarreres „Sex- Spielzeug“, Anwendungsszenario und Angebot an Spielgefährtinnen, seltener Spielgefährten. Letztere finden sich allerdings vorwiegend in der Subkultur von Gesinnungsfreunden. Mittels der Inszenierungen in audiovisuellen Medien wird eine Realität von Lustgewinn vorgetäuscht, die zwar über Identifikation Gefühle und auch Körperempfindungen auslösen können, jedenfalls aber Erwartungsfantasien erwecken. Vom Erleben einer ganzheitlichen – Körper, Seele UND Geist umfassenden – Sexualität jedoch bleiben diese noch weiter entfernt als die trivialen Alltagserlebnisse von „Otto Normalverbraucher“ und „Lieschen Müller“. Auch hier bleibt oft eine Sehnsucht bestehen, es müsse doch noch etwas „mehr“ geben; dies löst Appetit, Hunger, Frustration, Aggression oder auch nur Suchen aus.

Da nach wie vor das Sprechen über Sexuelles tabuisiert ist – meiner Interpretation nach, weil man dabei Emotionen bekommt, die merkbar werden und einen angreifbar machen – unterbleibt der Austausch von Erfahrungen, Wissen und Werthaltungen. Hier fehlt umfassende Sexualpädagogik – nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern vor allem auch für die Erwachsenen. Alle. Denn ebenso wie es der „Unterscheidung der Geister“ bedarf, wenn man seinen Körper so weit wie möglich giftfrei halten will, gilt dies auch für Seele und Geist. Unter letzterem verstehe ich nicht nur die inhaltlichen Gedankenflüsse sondern auch den „Spirit“, in dem die Gedanken fließen. Denn so wie manche Menschen aus Frust in den Eiskasten schauen auf der Suche nach einem – gustatorischen – Sinnesreiz, suchen andere im world wide web nach einem emotionalen Impulsgeber: um ihr „Loch in der Seele“, ihr Sehnsuchtsloch oder ihr Verletzungsloch, zu füllen. Je abgestumpfter sie bereits sind, desto „härtere“ Reize suchen sie. Je mehr Wut auf Bezugspersonen, die das Loch nicht zu füllen imstande sind / waren, desto mehr Aggression kommt noch dazu… Aber all diese Such- und Suchthandlungen kann man kontrollieren und durch befriedigendere, beglückendere, salutogenere ersetzen lernen – wenn man will. Dazu muss man aber erst wahrnehmen, was einem geschieht und was man tut.

Psychotherapeutische Blickwinkel

Sozial unerwünschtes Verhalten – und dazu zählen auch die mit Strafdrohung belegten sexualisierten Varianten – wird oft mit der Etikettierung „dysfunktionale Familie“ oder „dysfunktionale Beziehung“ – z. B. zu Mutter, Vater, Ehefrau etc. – verbunden.

Der Begriff der Dysfunktionalität setzt aber auch einen Begriff von Funktionalität voraus, und der ist wiederum eine gesellschaftliche Konstruktion. In systemisch ausgerichteten Therapien, in denen die erwünschte Funktionalität von bzw. gemeinsam mit den Klienten definiert wird, steht diese für das zu erreichende Ziel. Dies allein kann schon Wirksamkeit hervorrufen, entsteht doch damit eine Vision von alternativem Verhalten. Genau diese Zielorientierung ist eine der Stärken systemischer Therapie, zeigt sie doch, dass eine andere Zukunft erarbeitbar ist.

Leider nützen manche Systemtherapeuten diese Zukunftsorientierung, um als Gegensatz zur vermuteten klassischen psychoanalytischen Vergangenheitsorientierung zu definieren – wieder eine Konstruktion! – und diese damit abzuwerten. Für Psychoanalytiker, die nach dem topischen Modell von Freud Unbewusstes ins Bewusstsein heben helfen, steht aber nicht die explizit angedachte bessere Zukunft im primären Blickwinkel (im sekundären, nachfolgendem schon), sondern das Loslassen von Leiden (dazu zählen auch Süchte und Zwänge und anderes unkontrollierbar scheinendes Agieren) in der Gegenwart: Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten bedeutet ja nicht kognitives Erinnertes besprechen, sondern auftauchende Gefühlsregungen mit der Urszene zu verbinden und die wieder präsenten schmerzlichen Emotionen der Vergangenheit nochmals in der Gegenwart zu durchleiden und mit dem reiferen Erkenntnisstand und der Fähigkeit, Schmerzliches zu ertragen, bewusst als Teil des höchstpersönlichen Schicksals in die Biografie zu integrieren. Das zu bewerkstelligen gibt es heute aus den vielen Psychotherapiemethoden, die nach Freud quasi als Verbesserung oder Weiterentwicklung entstanden sind, schnellere Techniken als das geduldig-empathische Warten auf das Auftauchen solcher seelischer Inhalte aus dem Gedankenfluss des freien Assoziierens. Aber auch diese sollten nur dann angewendet werden, wenn die therapeutische Beziehung zeigt, dass der Kairos – der richtige Augenblick – eingetreten ist.

Wenn man also von Dysfunktionalität spricht, vermindert man höchstwahrscheinlich die Bereitschaft von Menschen, die sich und andere ohnedies nur als funktionierende Maschinen akzeptiert begreifen und in gleichsam kindlich-pubertären Trotz mit ihrem partiell genau so maschinengleichen Nichtfunktionieren gegen dieses Funktionierensollen protestieren. Es empfiehlt sich, auf diesen Begriff und seine zu Grunde liegenden Konstruktionen zu verzichten und sich stattdessen aufrichtig – authentisch und empathisch jedoch ohne Verharmlosung oder Dramatisierung – für die Selbstkonzeption der Täter zu interessieren. Erst wenn das jeweilige emotionale Benefit (nicht nur das rationalisierte finanzielle oder subkulturell soziale), das der Täter, die Tätergemeinschaft erzielen wollen, erkennbar und benennbar geworden ist, kann daran gearbeitet werden, die Verwirklichung dieses Ziels auf andere als die kriminelle Vorgangsweise zu konzipieren und realisieren. Die Techniken dazu gibt es in vielen psychotherapeutischen Methoden.

 

Korrespondenz Univ. Prof. i. R. Dr. iur. Rotraud A. Perner E-mail: . Institut für Stressprophylaxe & Salutogenese (ISS) A 2243 Matzen, NÖ, Bahnstr. 24 T + F + 43 2289-27878 E-mail: Institut für Projektberatung, Personal Training & Supervision (IPPS) A 1010 Wien, Weihburggasse 16 Mobil: + 43/699-1 969 1818 Internet: www.perner.info www.salutogenese.or.at

1 Institut für Stressprophylaxe und Salutogenese (ISS), Matzen und Institut für Projektberatung, Personal Training & Supervision, Wien

1 DER STANDARD und Salzburger Nachrichten vom 4. 11. 2009

2 In 1090 Wien, Lustkandlgasse 50; die Autorin war dort als Mitbegründerin von 1987 -1993 beratend und psychotherapeutisch tätig

3 1977 – 1986 als Haus- und Projektleiterin im Verein Jugendzentren der Stadt Wien

4 Die von einem „inneren Kreis“ von männlichen und weiblichen – darunter auch mir - Pädagogen, Psychologen und Psychoanalytikern entwickelte „Psychoanalytische Sozialtherapie“ bildet einen der grundlegenden Bausteine der von mir entwickelten und als Masterstudium an der Donau Universität Krems unterrichteten PROvokativpädagogik.

5 Nicht nur als Beraterin, Gesundheitspsychologin und Psychotherapeutin, sondern auch als Juristin und Erwachsenenbildnerin (ausgebildet an der Pädagogischen Hochschule Wien): in vielen Formen von Unterricht, Training, Coaching oder Supervision offenbaren sich ja Menschen in ihren Absichts- und Werthaltungen.

6 Ich arbeite meist mit meinen von mir entwickelten Methoden ILI® oder Salutotherapie® bzw. personzentrierter-psychoanalytischer Gesprächspsychotherapie.

Literatur

 

Perner Rotraud A., Die Wahrheit wird euch frei machen. Sexuelle Gewalt im kirchlichen Bereich… und anderswo. Prävention – Behandlung – Heilung. Gezeiten Verlag, Wien 2006

Perner Rotraud A., Heute schon geliebt?  Sexualität & Salutogenese. aaptos Verlag, Wien / Matzen 2006

Perner Rotraud A., Wort auf Rezept.  Eine Einführung in Gesprächsmedizin – nicht nur für Gesundheitsberufe. Aaptos Verlag Wien / Matzen 2007

Fazit für die Praxis
In der psychotherapeutischen Arbeit mit so genannten Sexualdelinquenten ist jedenfalls das Glaubens- und Wertesystem des Täters zu beachten sowie dessen geistigen Konstruktionen als Ausgangspunkt seines So-geworden-Seins zu akzeptieren. Erst durch die gemeinsame Erkenntnis der dadurch gewonnenen Vor- und Nachteile, Funktionalitäten und Dysfunktionalitäten wird Gefühl für sich selbst sowie späterhin für andere und Veränderung (Wachstum) möglich.
Zur Person
Rotraut A. Perner
(1944), promovierte Juristin, Psychotherapeutin (PA), Gesundheitspsychologin und Diplomerwachsenenbildnerin (Päd. Ak.), langjährige Gerichtssachverständige, unterrichtet als Professorin für Prävention und Gesundheitskommunikation an der Donau Universität Krems und leitet in Zusammenarbeit mit der Niederösterreichischen Landesakademie ihr eigenes Institut für Stressprophylaxe & Salutogenese (ISS) sowie die Akademie für Salutogenese & Mesoziation ® (ASM) in Matzen bei Gänserndorf. Bisher 35 Fachbücher, zuletzt „Die Überwindung der Ich-Sucht. Sozialkompetenz & Salutogenese“; Studienverlag
www.perner.info

Rotraud A. Perner1, Pädiatrie & Pädologie 1/2010

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