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Foto: Buenos Dias/photos.com (Montage)
Von der Unterstützung durch Veränderung von gesundheitlich ungünstigen Lebensgewohnheiten profitierten alle Probandengruppen.
 
Diabetologie 12. November 2009

Diabetes jahrelang vermeidbar

In einer Langzeitstudie wurden Lifestyleänderungen, Metformin und Placebo im Hinblick auf die Prävention ausgewertet.

Eine frühere Studie zeigte bereits: Gesunde Lebensführung ist unschlagbar, wenn es um den Schutz vor Diabetes geht. Jahre später wurden dieselben Probanden wieder untersucht, wobei diesmal alle Patientengruppen die Order erhielten, ihren Lebensstil zu ändern, unabhängig davon, welche Intervention noch getestet wurde.

In den 2,8 Jahren der „Diabetes Prevention Program“-Studie (DPP) konnte die Diabetes-Häufigkeit in einer Hochrisiko-Gruppe von Erwachsenen mit intensiven Änderungen des Lebensstils im Vergleich zu Placebo um 58 Prozent verringert werden und mit Hilfe von Metformin um 31 Prozent. In der Nachfolgestudie (Diabetes Prevention Program Outcomes Study) wurde die Nachhaltigkeit dieser Effekte untersucht. Dies berichten Dr. William C. Knowler vom U.S. National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases sowie Kollegen von der Diabetes Prevention Program Research Group in The Lancet.

Gesunde Unterstützung für alle

2.766 Probanden wurden nachbeobachtet: 910 aus der Lebensstil-Gruppe, 924 aus der Metformin-Gruppe und 932 aus der Placebo-Gruppe. Allen drei Gruppen wurden entsprechende Lebensstiländerungen vorgeschlagen. Die Metformin-Therapie wurde in der ursprünglichen Metformin-Gruppe fortgesetzt (zweimal täglich 850 mg, soweit verträglich) und der ursprünglichen Lebensstil-Gruppe wurde zusätzliche Unterstützung angeboten.

Die Teilnehmer der Lebensstil-Gruppe nahmen im Verlauf der zehnjährigen Nachbeobachtung im Mittel sieben Kilogramm Körpergewicht ab und erreichten dann ein neues Plateau mit einem mittleren Gewichtsverlust von zwei Kilogramm. Der geringe Gewichtsverlust aufgrund des Metformins wurde beibehalten. Die Diabetes-Häufigkeitsraten während des DPP hatten bei 4,8 Fällen pro 100 Lebensstil-Teilnehmerjahren gelegen, bei 7,8 in der Metformin-Gruppe und bei elf in der Placebo-Gruppe.

Als in der Nachbeobachtungszeit allen die Lebensstiländerungen angeboten wurden, fielen die Diabetes-Häufigkeitsraten in den Placebo- und Metformin-Gruppen auf das Niveau der ursprünglichen Lebensstil-Gruppe. Die Diabetes-Häufigkeitsraten während der Nachbeobachtung lagen bei 5,9 pro 100 Teilnehmerjahren in der Lebensstil-Gruppe, bei 4,9 in der Metformin-Gruppe und bei 5,6 in der Placebo-Gruppe. In den zehn Jahren konnte die Diabetes-Häufigkeit in der Lebensstil-Gruppe also um 34 Prozent, in der Metformin-Gruppe im Vergleich zu Placebo um 18 Prozent verringert werden.

Die Autoren stellen abschließend fest: „In dieser Studie konnte der Ausbruch des Diabetes auf Grund von Änderungen in der Lebensführung um vier Jahre und mit Hilfe des Metformins verglichen mit Placebo um zwei Jahre verzögert werden.“

 

 

Quelle: Diabetes Prevention Program Research Group: 10-year follow-up of diabetes incidence and weight loss in the Diabetes Prevention Program Outcomes Study. Lancet 2009; 374: doi:10.1016/S0140-6736(09)61457-4

www.thelancet.com/PH, Ärzte Woche 46 /2009

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