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21. September 2009

Entwicklung eines Bettenausstiegsalarm-Systems zur Sturzreduktion in Institutionen

PROBLEMSTELLUNG: Der Patientensturz stellt sowohl für die gestürzte Person als auch für die entsprechenden Institutionen ein schwerwiegendes Problem dar. Besonders betroffen sind Patienten mit motorischen Defiziten und eingeschränkter kognitiver Leistungsfähigkeit. "Bed-Exit-Alarms" (Bettenausstiegsalarme) werden gezielt eingesetzt, um die Sturzhäufigkeit zu reduzieren. Die am Markt befindlichen Bettenausstiegsalarm-Systeme haben je nach verwendeter Technologie unterschiedliche Vor- und Nachteile. Abhängig vom Patienten werden verschiedene Sensoren empfohlen. Wie in "Evaluation of Bed-Exit-Alarms" (ECRI 2004a) beschrieben, wird zwischen ruhelosen, untergewichtigen, unkooperativen, inkontinenten und verwirrten Patienten unterschieden und dementsprechend je nach Patient eine andere Technologie vorgeschlagen. ZIEL: Es soll der Forschungs- und Entwicklungsprozess eines neuartigen integrierten Bettenausstiegsalarm-Systems, welches universell einsetzbar ist, dargestellt werden. METHODE: Die Use-Case-Technik wurde verwendet, um die Funktionsanforderungen an das System zu erheben. Darauf aufbauend wurden mittels eines experimentellen Designs unter Laborbedingungen das Alarm/Fehlalarm-Verhältnis sowie die Sensitivität und Spezifität untersucht. ERGEBNISSE: Das Anforderungsprofil, als Ergebnis der Use-Case-Technik, führte zur Berücksichtigung folgender Faktoren bei der Entwicklung des neuartigen Bettenausstiegsalarm-Systems: Bedienungsfreundlichkeit, Hygiene-Faktoren, ein gutes Alarm/Fehlalarm-Verhältnis mit frühzeitiger Alarmierung und niedrige Kosten. Auf Grundlage aufgezeigter Anforderungen konnte eine Sensorik entwickelt werden, die in die Seitensicherung eines Bettes integriert ist. Sowohl die Sensitivität (96,0%) als auch die Spezifität (≥ 95,5%) der Druckauslöseschwelle geben das gute Alarm/Fehlalarm-Verhältnis in der experimentellen Versuchsanordnung wieder. Um die Funktionalität in Bezug auf eine Verminderung der Sturzhäufigkeit zu überprüfen, wurde eine randomisierte, kontrollierte klinische Studie gestartet. Die Seitensicherungssensorik schafft die Möglichkeit, Seitensicherungen von einem passiven, freiheitsbeschränkenden technischen Hilfsmittel in ein Informationssystem umzuwandeln, welches Informationen bzgl. Gefahrensituationen registrieren und an das zuständige Pflegepersonal weiterleiten kann.

Johannes Hilbe, Eva Schulc, Barbara Linder, Christa Them, ProCare 3/2009

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