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Infektiologie 5. Juli 2007

Echinacea doch wirksam

Eine Metastudie zeigt, dass das Phytotherapeutikum Echinacea das Risiko einer Erkältung um 60 Prozent senken kann.
Besonders immungeschwächte Personen würden von einer Echinacea-Medikation profitieren, so die Experten. Langzeiteffekte seien allerdings noch wenig untersucht.
Echinaceapräparate werden aus dem Sonnenhut gewonnen, einer in Nordamerika heimischen Pflanze. Echinacea wird von Naturheilkundlern gern verwendet, allerdings war die Studienlage bisher widersprüchlich. Um Klarheit in die Debatte um Echinacea zu bringen, führte Craig Coleman von der Connecticut School of Pharmacy eine Metaanalyse von 14 Studien mit insgesamt über 1.600 Patienten durch (The Lancet Infectious Diseases 2007; 7).
Im Durchschnitt nahmen die Teilnehmer 300 mg Echinacea-Präparat dreimal täglich ein. Die Untersuchung ergab, dass die Echinacea-Konsumenten um 60 Prozent seltener an Erkältungen erkrankten. Wenn erkrankt, wurden die Patienten dann um 1,4 Tage schneller gesund.
Hinter der immunstimulierenden Wirkung könnten Phenole stecken, vermuten die Wissenschafter. Cole­man vermutet, dass bestimmte Phenole die Produktion von Zytokinen wie TNF-alpha anregen. Aus diesem Grund scheint Echinacea auch nicht für jedermann geeignet zu sein: Patienten mit Multipler Sklerose, Rheumatoider Arthritis oder HIV-Infektion rät Coleman davon ab, Echinacea zu verwenden: „Das Immunsystem dieser Patienten läuft auch ohne Echinacea schon auf Hochtouren.“

Dr. Rainer Schröckenfuchs, Ärzte Woche 27/2007

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