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Gastroenterologie 2. Februar 2014

Säurehemmer fördern Vitamin-B12-Mangel

Bei Daueranwendern von Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) und H2-Antagonisten lohnt es sich, den Vitamin-B12-Spiegel im Blick zu behalten. Darauf machen US-amerikanische Ärzte aufmerksam: Die Anwendung von säurehemmenden Medikamenten für mindestens zwei Jahre gehe mit einem erhöhten Risiko für einen Vitamin-B12-Mangel einher.

Analysiert wurden die Verordnungen von Versicherten mit und ohne Diagnose eines Vitamin-B12-Defizits. Bei 25.956 Patienten war ein solcher Mangel festgestellt worden. Ihnen wurden pro Fall bis zu zehn vergleichbare Kontrollpersonen, insgesamt 184.199 Gesunde, gegenübergestellt. Von den Versicherten mit B12-Defizienz hatten 12,0% bzw. 4,2% für zwei oder mehr Jahre einen PPI bzw. einen H2-Blocker verschrieben bekommen. Von den Kontrollpersonen waren dies nur 7,2% bzw. 3,2%. Damit bestand sowohl bei den PPI- als auch bei den H2-Blocker-Verordnungen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Diagnose eines Vitaminmangels. Insbesondere bei PPI-Anwendung erhöhte sich das Risiko mit der Dosierung, bei H2-Blockern war eine schwächere Dosis-Wirkungs-Beziehung zu beobachten. Die Assoziation zwischen PPI und B12-Defizit war außerdem umso enger, je kürzer die Therapie zurücklag. PPI wirkten sich auch unabhängig von weiteren Risikofaktoren ungünstig auf den B12-Status aus. Lediglich bei nachgewiesener Helicobacter-pylori-Infektion verschwand der Einfluss der säurehemmenden Therapie. Den stärksten nachteiligen Effekt hatten PPI bei jüngeren Patienten. Die Risikosteigerung war bei Frauen deutlicher ausgeprägt als bei Männern.

Laut Lam et al. spricht vieles dafür, dass der gefundene Zusammenhang kausal ist. Außerdem weiß man, dass Magensäure nötig ist, um Vitamin B12 zu resorbieren. Dank zusätzlicher Analysen ist auch weitgehend auszuschließen, dass die Korrelation nur auf vermehrten ärztliche Kontakten der Magen-Patienten beruht. Die Autoren sehen keinen Grund, auf eine indizierte säurehemmende Therapie zu verzichten, empfehlen jedoch Wachsamkeit gegenüber Vitamin-B12-Mangel und die niedrigstmögliche wirksame Dosis.

Lam JR et al.: JAMA 2013; 310 (22): 2435–42

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