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© Getty Images/iStockphoto
RA-Patienten schweben schon in jungen Jahren in Gefahr, eine osteoporotische Fraktur zu erleiden.
 
Innere Medizin 26. August 2013

Risikofaktor Rheuma

Bei Rheumatoider Arthritis sollte auch an Osteoporose gedacht werden, vor allem wenn Glukokortikoide im Spiel sind.

Bei bis zu 30 Prozent der Osteoporosefälle handelt es sich um eine sekundäre Osteoporose. Kommt es bei Jugendlichen, prämenopausalen Frauen und Männern zu einem rasch verlaufenden Knochenschwund, ist die genaue Abklärung möglicher Ursachen erforderlich.

Ein erhöhtes Risiko für eine sekundäre Osteoporose ist vor allem bei Patienten mit Grunderkrankungen wie Rheumatoide Arthritis, Diabetes mellitus, Hyperthyreose, primärer Hyperparathyreodismus oder Anorexia nervosa zu beachten.

Patienten mit Rheumatoider Arthritis haben ein etwa 1,4-faches Risiko für osteoporotische Frakturen, und zwar unabhängig vom Vorliegen anderer Risikofaktoren. Wenn sie mit oralen Glukokortikoiden behandelt werden, steigt das Risiko weiter.

Bei diesen Patienten ist es die Mischung aus Gelenkentzündung, Immobilisierung und Behandlung mit oralen Glukokortikoiden, die häufig einen Knochenschwund bewirkt. Je höher die Glukokortikoid-Dosis, desto höher ist auch das Frakturrisiko.

Besonders stark scheint der Verlust an Knochenmineraldichte in den ersten drei bis zwölf Monaten einer Glukokortikoid-Therapie zu sein.

Einer retrospektiven Studie zufolge erleiden Patienten nach einer 90-tägigen Therapie mit oralen Glukokortikoiden 1,7-mal so häufig Hüftfrakturen und 2,9-mal so oft Wirbelkörperfrakturen wie Patienten ohne Glukokortikoid-Therapie.

Zugelassene Medikamente

Laut Professor Uwe Lange aus Bad Nauheim ist eine Knochendichtemessung bereits vor dem Beginn einer Glukokortikoid-Therapie sinnvoll ( CME 2013; 10 (1): 53-61 ). Für die Behandlung von Patienten mit einer glukokortikoidinduzierten Osteoporose sind die Bisphosphonate Alendronat, Risedronat und Zoledronat sowie Teriparatid zugelassen.

Während bei postmenopausalen Frauen in dieser Indikation für alle genannten Substanzen eine Zulassung vorliegt, kommen für Männer Teriparatid oder Zoledronat infrage und bei prämenopausalen Frauen nur Teriparatid.

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