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Tennisarm am besten zuerst nur physiotherapeutisch behandeln.
 
Orthopädie 3. April 2013

Steroidtherapie landet im Aus

Eine australische Studie kommt zu dem Schluss, dass sich Physiotherapie in Verbindung mit Kortison-Spritzen weder positiv auf die Rückfallquote der Patienten noch auf eine mögliche Komplettheilung auswirkt.

 

Auch eine langfristige Beeinflussung des Schmerzniveaus und der Lebensqualität konnte nicht nachgewiesen werden. Prof. Bill Vicenzino zufolge zeigen jüngste Studien, dass Steroidtherapien nur eine kurzfristige Linderung bewirken. Die Rückfallrate nach zwei Monaten liegt bei mehr als 70 Prozent. „Die Beschwerden treten für gewöhnlich deshalb erneut auf, weil sich die Patienten nach der Injektion sofort besser fühlen. Trotz der Ermahnung, den Arm erst nach und nach wieder zu belasten, muten sie sich gleich zu viel zu. In der Regel verordnen Ärzte nach dem Spritzen von Kortison Physiotherapiesitzungen, um den Arm durch moderate Übungen stufenweise an eine vollständige Belastung zu gewöhnen.“     

Im Rahmen der Studie wurden vier Patientengruppen verglichen. Die erste Gruppe erhielt nur Kortisonspritzen, die zweite Placebos, die dritte Kortisonspritzen plus Physiotherapie und die vierte Placebos plus Physiotherapie.

„Wir stellten fest, dass die Patientengruppe, die nur Kortison verabreicht bekam, eine höhere Rückfallrate aufwies als die Placebo-Gruppe, was darauf hindeutet, dass Steroidtherapien sehr wahrscheinlich für die erhöhte Rückfallquote verantwortlich sind“, so Vicenzino. Patienten sollten daher im Rahmen einer Steroidtherapie über die wahrscheinliche Rückkehr der Schmerzen nach drei bis zwölf Monaten und über die geringere Möglichkeit der langfristigen Verbesserung aufgeklärt werden: „Physiotherapie sollte zunächst ohne Steroidtherapie verordnet werden. Erst wenn kein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden kann, sollte man weitere Behandlungsmethoden in Betracht ziehen. Physiotherapie allein führt nicht nur kurzfristig zu einer Schmerzlinderung, sondern verspricht auch die geringste Rückfallrate und eine 100-prozentige Heilung oder zumindest eine signifikante Verbesserung nach zwölf Monaten.“

Brooke K et al.: JAMA 2013; 309 (5): 461–69

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