zur Navigation zum Inhalt
 
HNO 11. März 2013

Antibiotika bei chronischer Rhinosinusitis

Rund 90 Prozent der HNO-Ärzte verordnen ihren Patienten mit chronischer Rhinosinusitis (CRS) Antibiotika, wie die Ärzte Robert Adelson, Albany/New York, und Nithin Adappa, Philadelphia, berichten. Auf Studien mit hohem Evidenzgrad kann sich diese Praxis allerdings nicht berufen.

Die Autoren haben in einem Übersichtsartikel zusammengefasst, was als gesicherte Erkenntnis in der antibiotischen CRS-Therapie gelten kann. Unterbleiben sollte eine empirische Antibiotikagabe bei bloßem Verdacht auf CRS – das ist keine neue Einsicht, aber weiterhin ein verbreitetes Vorgehen. Die Diagnose sollte endoskopisch oder radiologisch gesichert sein, die Therapie möglichst zielgenau erfolgen.

Am ehesten sind Antibiotika sinnvoll, wenn es sich um die endoskopisch diagnostizierte purulente Exazerbation einer CRS handelt, wobei es sich empfiehlt, Kulturen anzulegen. Ein besonderes Augenmerk gilt den Makroliden. Neben ihren antimikrobiellen Eigenschaften, die sich auch gegen die Bildung von Biofilmen richten, wirken sie immunmodulierend und antientzündlich. Zudem verbessern sie den Sekretfluss. Das macht sie für eine längerfristig angelegte Low-Dose-Therapie interessant, v. a. wenn die Patienten niedrige IgE-Spiegel aufweisen. Vollständig konnten sie die CRS-Symptome in Studien aber auch nicht beseitigen.

Handelt es sich um eine maxilläre CRS, die sich allen Therapieversuchen widersetzt, sollte eine odontogene Ursache abgeklärt werden. In einer Studie mit Patienten, die wegen einer maxillären CRS endoskopisch operiert wurden, war in einem Viertel der Fälle ein Herd im Zahnbereich als Auslöser zu identifizieren. Konventionelle Röntgenaufnahmen der Zähne sind dabei wenig hilfreich, die Sensitivität erreicht laut den Autoren nur 14 Prozent. Die Computertomografie ist hier eindeutig überlegen.

Originalpublikation: Adelson RT, Adappa ND. Curr Opin Otolaryngol Head Neck Surg 2013; 21: 61–8

springermedizin.de/KK

, Ärzte Woche 10/2013

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben