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Foto: ©iStockphoto.com/Juanmonino
 
Onkologie 9. März 2010

Zu viel des Guten

Präventionsstudie: Kein Schutz vor Prostatakarzinomen durch hochdosierte Folsäuresupplementation.

Männer mit relativ hohen Folsäure-Plasmaspiegeln haben ein erniedrigtes Risiko, ein Prostatakarzinom zu entwickeln. Die Folsäure-Supplementation bringt jedoch keinen Schutz vor Prostatakrebs – ganz im Gegenteil.

 

Eine doppelblinde, randomisierte Acetylsalicylsäure/Folsäure-Polyp-Präventionsstudie zielte ursprünglich auf die Vorbeugung von Darmpolypen durch die Gabe von Acetylsalicylsäure (ASS) und Folsäure. Die primäre Auswertung nach median sieben Jahren hatte gezeigt, dass die Folsäuregabe das Risiko für Adenome nicht senkt, sondern im Gegenteil um 67 Prozent erhöht. In der placebokontrollierten Studie wurden die Teilnehmer zwischen 1994 und 2006 auch regelmäßig zu anderen Erkrankungen und Krankenhausaufenthalten befragt.

Die Einnahme von ASS hatte danach keine Auswirkung auf die Häufigkeit von Prostatakarzinomen. Ein ganz anderes Ergebnis zeigte sich bei der Folsäuresupplementation: 643 Männer hatten randomisiert Placebo oder Folsäure (1 mg/d) erhalten. Durch die Folsäuregabe erhöhte sich das Risiko für eine Prostatakrebsdiagnose binnen zehn Jahren um 163 Prozent: 9,7 Prozent der Männer, die Folsäure eingenommen hatten, aber nur 3,3% der Männer der Placebo-Gruppe erhielten diese Diagnose. Im Gegensatz dazu steht das Resultat für die Studienteilnehmer, die sich bereits zu Beginn der Studie folsäurereich ernährten: Bei ihnen war das Risiko, an einem Prostatakarzinom zu erkranken, umso niedriger, je höher die Folsäureaufnahme über die Nahrung und je höher der Plasmafolatspiegel eingangs war. Allerdings waren diese Zusammenhänge nicht signifikant.

 

 

Quelle: Im Focus Onkologie 2009; 12 (9): 46; Studie: Figueiredo, J. C. et al.: J Natl Cancer Inst 2009; 101: 432–5

springermedizin.de/PH, Ärzte Woche 10 /2010

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