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Innere Medizin 1. Februar 2010

Potentielle Medikamenteninteraktionen und stationäre Aufnahmen wegen Medikamenteninteraktionen bei Patienten auf inneren Abteilungen

ZIEL DER STUDIE: Unerwünschte Nebenwirkungen als Folge von Medikamenteninteraktionen spielen eine wichtige Rolle bei der Sicherheit von Medikamenten. Ziel dieser Studie war es, mögliche Medikamenteninteraktionen bei der Spitalsaufnahme und -entlassung zu erfassen, bzw. die Aufnahmen infolge solcher Interaktionen auf internen Abteilungen eines primären Stadtspitals und tertiären Referenzspitals zu evaluieren.

METHODEN: Bei 520 zufällig ausgesuchten Patienten des medizinischen Zentrums der Universität Ljubljana wurden Alter, Geschlecht, Nieren- und Leberfunktion, Medikamente, Diagnosen sowie Dringlichkeit und Grund der Zuweisung retrospektiv erhoben. Bei den Patienten, bei denen Information über die bei Aufnahme und Entlassung eingenommenen Medikamente vorlag, wurde auf Medikamenteninteraktionen mittels des Interaktions-Screening Programms "Drug-Reax" geprüft. Basierend auf den erhobenen Daten wurde der Anteil an Aufnahmen, deren Grund eine Medikamenteninteraktion war, geschätzt.

ERGEBNISSE: Bei 14,6% (76/520) Patienten war die Information über die Medikamentennamen bei Aufnahme nicht vollständig. Nach der Behandlung wurden 416 Patienten nach Hause entlassen, bei 52 von diesen (12,5%) war die Information über die Medikamentennamen im Entlassungsbrief ebenfalls unvollständig. Die restlichen 323 Patienten mit kompletter Information wurden in die Studie inkludiert. Mindestens eine Nebenwirkung wegen potentieller Medikamenteninteraktion hatten 51% (166/323) der Patienten bei Aufnahme und 63% (204/323) bei Entlassung (p = 0,001). Schwere potentiell interaktionsbedingte Nebenwirkungen hatten 13% (41/323) der Patienten bei Aufnahme und 18% (59/323) bei Entlassung (p = 0,001). Die gleichzeitige Gabe von ACE-Hemmern mit Spironolacton war die häufigste Interaktion. (20% der Interaktionen bei Aufnahme bzw. 25,6% bei Entlassung). Nur 2,4% (4/166) der Patienten mit potentiell interaktionsbedingter Nebenwirkungen wurden unter dieser Diagnose zugewiesen. 1,2% (2/323) aller Patienten wurden wegen Medikamenteninteraktion aufgenommen.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Information über die Medikation der Patienten bei Spitals-Aufnahme und -entlassung ist nicht vollständig. Bei Aufnahme hatte die Hälfte und bei Entlassung zwei Drittel der Patienten potentiell interaktionsbedingte Nebenwirkungen. Unerwünschte durch Interaktionen von Medikamenten bedingte Nebenwirkungen machten 1,2% der Zuweisungen zur Aufnahme auf internen Abteilungen eines primären Stadtspitals und tertiären Referenzzentrums aus.

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