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Pulmologie 27. Mai 2013

COPD in der Akutphase

Mit Betablockern nicht zögern – sie haben keinen Einfluss auf die Lungenfunktion.

Für eine retrospektive Studie zu COPD und Betablockern wurde eine krankheitsspezifische Datenbank in einer Kohortenanalyse untersucht (Stefan MS et al.: Thorax 2012; 67: 977).

Daten von 35.000 Patienten mit COPD und entweder Herzinsuffizienz, ischämischer Herzerkrankung oder arterieller Hypertonie wurden ausgewertet. 29 Prozent der Patienten nahmen in dem Zeitraum Betablocker ein. In der gematchten Multivarianzanalyse gab es im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die eine COPD-Therapie ohne Betablocker-Begleittherapie erhielt, keine erhöhte Sterblichkeit während der Exazerbation, es gab auch nicht mehr erneute Klinikaufnahmen innerhalb von 30 Tagen und auch keine höhere Intubationsrate.

Langfristig schnitten die COPD-Patienten, die wegen kardiovaskulärer Begleiterkrankungen Betablocker einnahmen, deutlich besser ab als COPD-Patienten mit kardiovaskulären Begleiterkrankungen ohne Betablocker. So war die Gesamtsterblichkeit bei einer Nachbeobachtungszeit von vier Jahren um 22 Prozent niedriger. Und: Je intensiver die COPD-Therapie, umso deutlicher war der Nutzen der Betablocker.

Analysiert wurden auch Lungenfunktionsparameter. Hier fiel bei Patienten mit Betablockern über die Jahre kein negativer Trend auf. Interessanterweise hatten COPD-Patienten mit Betablocker-Therapie einen geringeren Bedarf an zusätzlichen Glukokortikoiden. Der Grund könnte sein, dass die Patienten kardial besser therapiert sind, was sich günstig auf die Luftnot auswirkt und damit indirekt den (scheinbaren) Bedarf an COPD-Medikamenten verringert.

Rückschlüsse auf die korrekte Dosierung der Betablocker bei COPD lässt die Studie leider nicht zu. Sie bestätigt allerdings die Präferenz für beta-1-selektive gegenüber nicht selektiven Betablockern: Die Rehospitalisierungsrate innerhalb von 30 Tagen war in der Gruppe der Patienten mit nicht-selektiven Betablockern etwas höher.

ÄZ/gvg/CL, Ärzte Woche 22/2013

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