zur Navigation zum Inhalt
© picture alliance/Sven Simon
Ein schwerkranker Mann wird zu Hause palliativ behandelt. Vor seinem Pflegebett steht ein ganzes Arsenal von schmerzlindernden Medikamenten und Tropfen, z. B. Morphin.
 
Palliative Care 23. November 2015

Aktive und passive Sterbehilfe

Ein Salzburger Strafprozess wirft grundsätzliche Fragen über Sterbehilfe auf. Eine überfällige Diskussion.

Die Grenze zwischen sterben lassen und töten ist ein schmaler Grat. Auf diesem wandeln Intensivmediziner täglich. Nun droht einem Anästhesisten eine Verurteilung wegen Mordes – ein Tabubruch.

Der Deutsche Bundestag stimmte vor Kurzem für ein Verbot geschäftsmäßiger Suizidbeihilfe. In Österreich berichten verschiedene Tageszeitungen über einen Fall in Salzburg, es geht um Sterbehilfe. Ein Anästhesist soll einer 79-jährigen Patientin in der Nacht auf 30. Oktober 2014 in einem Salzburger Spital Morphin-Infusionen in so hoher Dosis verabreicht haben, dass die Frau laut pathologischen Gutachten daran gestorben sei.

Sterbehilfe ist etwas worüber sich nicht nur Patienten Gedanken machen – nur 4 Prozent haben hierzulande eine Patientenverfügung gemacht –, auch Ärzte gehen dem heiklen Thema, wo möglich, aus dem Weg. Die Reaktionen fielen daher heftig aus: Die Palliativgesellschaft gab sich „fassungslos“, die Gesellschaft für Ethik und Recht ließ wissen, dass ein Arzt nicht verpflichtet sei, in einen natürlich begonnenen Sterbeprozess eines Patienten einzugreifen Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben