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Orthopädie 12. Dezember 2007

Osteoporose-Früherkennung

Trotz fortschrittlicher Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten der Osteoporose wird die „stille Epidemie“ oftmals zu spät diagnostiziert und nicht adäquat behandelt. Dieser Hintergrund war für Fachärzte und Allgemeinmediziner der Anlass, Richtlinien für die medizinische Praxis zu erarbeiten und somit die Versorgung dieser Patienten zu verbessern.

Rund 20 Prozent der Patienten mit Hüftfraktur versterben innerhalb des ersten Jahres nach dem Ereignis, meist aufgrund kardialer oder pulmonaler Probleme – bei Männern liegt der Anteil sogar noch etwas höher. Lediglich die Hälfte aller Patienten lebt ohne bleibende Beeinträchtigungen weiter. Durch eine gezielte Anamnese und eine frühzeitige Abklärung besteht die Möglichkeit, Osteoporose – meist ursächlich an der Fraktur beteiligt – rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu therapieren. „Der Hausarzt ist aufgrund seiner oft langjährigen Beziehung zum Patienten prädestiniert, ein individuelles Risikoprofil zu erstellen“, so Dr. Erwin Rebhandl, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM).

Überarbeiteter Konsensus

Nun hat die Österreichische Gesellschaft zur Erforschung des Knochens und Mineralstoffwechsels (ÖGEKM) im Rahmen eines interdisziplinären Expertenmeetings das Konsensus-Statement zur Früherkennung und Behandlung von Osteoporose aus dem Jahr 2003 überarbeitet (www.knochenundmineralstoffwechsel.at). „Das Ziel ist es, den behandelnden Arzt in der Vorsorge, Aufklärung und Behandlung der Osteoporose zu unterstützen“, erläutert ÖGEKM-Präsident Prim. Prof. Dr. Johann Bröll.
In Anlehnung an die ÖGEKM-Empfehlungen veröffentlichte die ÖGAM den Konsensus „Früherkennung und Management der postmenopausalen Osteoporose in der allgemeinmedizinischen Praxis“, einen wesentlichen Beitrag zur besseren (Langzeit-)Betreuung dieser Patientengruppe (www.oegam.at).

Faktor Lebensführung

Die Osteoporose-Prävention liegt auch in den Händen des Einzelnen und erfordert ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit. „Der Einfluss einer gesunden Lebensführung auf die Knochenbeschaffenheit wird auf zehn bis 50 Prozent geschätzt“, so Prof. Dr. Anita Rieder, Institut für Sozialmedizin, MedUni Wien. Auch regelmäßige körperliche Aktivität spielt in zweierlei Hinsicht eine Rolle: Zum einen wird der Knochenbau positiv beeinflusst, zum anderen kann das Sturzrisiko gesenkt werden.

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