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Hormonelle versus nicht hormonelle Osteoporosetherapie

Osteoporose ist eine häufige Erkrankung. Das Lebenszeitrisiko einer 50-jährigen Frau, eine Fraktur zu erleiden, liegt bei etwa 40 Prozent. Somit stellt die Therapie bzw. Prävention der Osteoporose-bedingten Fraktur nicht zuletzt aus finanzieller Sicht ein weltweites Problem der Gesundheitssysteme dar. Aus diesem Grund hat die WHO Richtlinien zur Therapie der Osteoporose verfasst. In diesen Richtlinien wird eine Therapie der Osteoporose mit Medikamenten empfohlen, deren Wirksamkeit in doppelblinden, placebokontrollierten Studien belegt ist. Nicht für alle derzeit zugelassenen Osteoporosetherapeutika liegen Daten in geforderter Studienform vor.

Östrogene - ja oder nein?

Das Spektrum der einsetzbaren Medikamente würde wie folgt aussehen: Die Bisphosphonate Alendronat und Risedronat, der selektiver Östrogen-Rezeptor-Modulator Raloxifen, Vitamin D-Gabe und der Einsatz von Hüftprotektoren bei institutionalisierten Patienten. Die Hormontherapie mit Östrogenen fiele somit unter die Kategorie der aus Evidenz-basierter Sicht nicht empfohlenen Medikamente, dies, obwohl zahlreiche Daten u.a. aus Kohortenstudien vorliegen, die die Wirksamkeit der Therapieformen belegen. Eine weitere Problematik der Östrogentherapie stellt das möglicherweise erhöht liegende Mammakarzinomrisiko dar. Nicht zuletzt aus diesem Grund kann eine Hormontherapie als Osteoporosetherapie nicht mehr uneingeschränkt empfohlen werden, zur Prävention des postmenopausalen Knochenmassenverlusts hat die Hormongabe - kurzfristig verabreicht - ebenso wie in der Kombination mit anderen Antiresorptiva ihren Stellenwert. Zusammenfassend stehen zur Therapie der Osteoporose von hormoneller Seite primär das Medikament Raloxifen, von nicht hormoneller Seite die Bisphosphonate Alendronat und Risedronat zur Verfügung.

Quelle: Vortrag von F.E. Alenfeld und D. Felsenberg vom Zentrum für Muskel- und Knochenforschung, Klinikum Benjamin Franklin, Berlin, im Rahmen des Kongresses Menopause 2001 in Wien

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