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Innere Medizin 1. Mai 2009

Lebensqualität bei Patienten mit Osteopenie vs. Patienten mit Osteoporose

GRUNDLAGEN: Lebensqualität ist ein wichtiger Gesichtpunkt bei Patientinnen und Patienten mit Osteoporose. Ziel der Studie war es, Unterschiede in der Lebensqualität mittels zweier international standardisierter Fragebögen bei Männern und Frauen zu verifizieren, die an einer Osteopenie oder einer Osteoporose mit oder ohne Fraktur erkrankt sind. METHODIK: Bei Patientinnen und Patienten an einer akutgeriatrischen Abteilung wurde mittels einer DXA-Messung (Dual X-ray Energy Absorptiometry) eine Osteopenie oder Osteoporose festgestellt. Die Lebensqualität wurde mittels zweier standardisierter Fragebögen erfasst, einem allgemeinen, dem SF-36 und einem krankheitsspezifischen, dem QUALEFFO 41, entwickelt von der Internationalen Osteoporosis Foundation. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Fragebögen komplett ausgefüllt. Das Schmerzempfinden wurde mittels einer VAS (Visual Analogue Scale) quantifiziert. ERGEBNISSE: 173 Frauen und 49 Männer mit einem Durchschnittsalter von 79,3 ± 8,5 Jahren wurden in die Analysen inkludiert. 85 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten eine Wirbelkörper- oder Schenkelhalsfraktur in der Anamnese. Der QUALEFFO 41 Score betrug 49,8 ± 19,2 bei Patientinnen und Patienten mit einer Osteopenie und war signifikant höher (58,1 ± 13,3) bei Personen mit einer Osteoporose ohne einer Fraktur (p < 0,05). Bei Patientinnen und Patienten mit Osteoporose und einer Fraktur lag der durchschnittliche Wert bei 63,8 ± 13,6 und war damit signifikant höher (p < 0,05) als bei Patienten mit Osteopenie und auch Patienten mit Osteoporose ohne einer Fraktur. Der Mittelwert des Summenscores des SF-36 war bei Personen mit Osteopenie und bei Patientinnen und Patienten mit Osteoporose ohne Fraktur annähernd gleich (314 ± 117 und 312 ± 99), jedoch bei Personen mit Osteoporose und Fraktur deutlich niedriger, mit Werten von 276 ± 88 (p < 0,05). Die Auswertung des VAS ergab keine signifikanten Unterschiede in den drei evaluierten Gruppen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Osteoporose hat beträchtlich höhere Auswirkungen auf die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten als eine Osteopenie. Die Lebensqualität von Personen mit Osteoporose und Wirbelkörper- oder Schenkelhalsfraktur ist noch deutlicher erniedrigt. Diese großen Unterschiede in der Lebensqualität sollten in der Bewertung und in der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Osteoporose Einfluss nehmen.

Barbara Jahelka, Thomas Dorner, Robert Terkula, Michael Quittan, Hans Bröll, Ludwig Erlacher, Wiener Medizinische Wochenschrift 9/10/2009

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