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Innere Medizin 6. Juni 2012

Remobilisation zu Hause

In Kärnten wird die Geriatrie mobil – diese ambulante Betreuung erfolgt primär durch den Hausarzt und soll wiederholte Rehospitalisierungen vermeiden.

Für jene Patienten, die nach Hause entlassen werden, bietet ein Pilotprojekt in Kärnten Hilfe bei der Remobilisation. Dr. Walter Müller, a.ö.KH der Elisabethinen, Klagenfurt, berichtete darüber beim Osteoporoseforum 2012. Es beruht auf einem Konzept, das im Berliner Geriatriezentrum Wolterdorf entwickelt wurde und bereits in ganz Deutschland durchgeführt wird, wo übrigens seit 1. April 2007 der Anspruch auf eine mobile, geriatrische Behandlung gesetzlich festgeschrieben ist.

Mehrmals betonte Müller den Grundsatz, dass die ambulante Betreuung primär durch den Hausarzt erfolgt. „Wir wollen keinesfalls eine Konkurrenzsituation zum Hausarzt schaffen“, so Müller. „Jede Form von mobiler Therapie erfolgt nur nach Rücksprache und mit Einverständnis des Hausarztes, er wird von Anfang an in alle Aktivitäten eingebunden und seine Aufgaben wie Hausbesuche oder das Ausstellen von Rezepten bleiben unberührt.“ Auch zu anderen ambulanten Versorgungsdiensten wie der Hauskrankenhilfe soll keine Konkurrenz entstehen. „Das geriatrische Team macht keine Grund- und Behandlungspflege“, erklärte Müller.

Allerdings bietet die Ambulante Geriatrische Remobilisation durchschnittlich an drei Tagen pro Wochen zwei Behandlungseinheiten à 45 Minuten, wobei die Inhalte der Therapie grundsätzlich jenen im stationären Setting entsprechen. Der Unterschied liegt nicht zuletzt in der Nutzung und Einbeziehung der häuslichen Ressourcen und der Angehörigen.

Das Team der Ambulanten Geriatrischen Remobilisation bietet ärztliche, sozialarbeiterische, physiotherapeutische und ergotherapeutische Dienste wie auch eine remobilitative Pflege und einen klinischen Psychologen. Ein eigener Koordinator sorgt für den reibungslosen Ablauf.

Müller beschreibt die Vorteile der Ambulanten Geriatrischen Remobilisation mit einer Verkürzung der stationären Behandlung und der Vermeidung von sonst notwendigen Krankenhauseinweisungen, speziell der „Drehtürmedizin“ mit wiederholten Rehospitalisierungen. Mehr Patienten können versorgt und die Kosten für die Versorgung gesenkt werden, so Müller. Konkrete Daten zu diesem Projekt fehlen noch, aber in Gesprächen mit den Krankenkassen und dem Sozialressort hätten diese eine grundsätzliche Bereitschaft zur längerfristigen Finanzierung des derzeit aus dem Reformpool des Gesundheitsministeriums gespeisten Projekts.

 

Quelle: 20. Osteoporoseforum, 10. - 12. Mai 2012, St. Wofgang

Von L. Rohrmoser , Ärzte Woche 23 /2012

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