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Nephrologie 1. Jänner 2011

Ergebnisse der österreichischen Kohorte der ECHO-Studie

Erfolgreicher Einsatz von Cinacalcet in der Therapie des sekundären Hyperparathyreoidismus bei österreichischen Dialysepatienten

HINTERGRUND: Trotz extensiven Einsatzes der vorhandenen Standardtherapeutika befindet sich der Großteil der österreichischen Dialysepatienten mit sekundärem Hyperparathyreoidismus (sHPT) außerhalb der empfohlenen Therapieziele. In einer pan-europäischen Beobachtungsstudie (ECHO) wurde die Effizienz des Kalzimimetikums Cinacalcet in der Therapie des sHPT in der realen klinischen Praxis untersucht. In dieser Arbeit wird die Subanalyse der österreichischen Studienkohorte präsentiert.

METHODIK: In die Studie wurden erwachsene Dialysepatienten, bei denen eine Therapie mit Cinacalcet begonnen worden war, eingeschlossen. Biochemische Parameter des Knochen- und Mineralstoffwechsels (intaktes Parathormon [iPTH], Kalzium [Ca] und Phosphat [P]) sowie die Begleitmedikation wurden 6 Monate vor Beginn der Cinacalcettherapie, zum Zeitpunkt des Beginns (Baseline) und schließlich bis zu 12 Monate nach Beginn der Cinacalcettherapie erfasst.

ERGEBNISSE: Insgesamt wurden 320 Patienten (mittleres Alter (±SD): 56 (±14) Jahre) in 34 österreichischen Dialysezentren eingeschlossen. Zur Baseline präsentierten sich die Patienten mit erhöhtem iPTH (Median 605 pg/ml) und Hyperphosphatämie (Median 2.1 mmol/l). Nach 12-monatiger Cinacalcettherapie fand sich eine Reduktion der Serumspiegel von iPTH (mediane prozentuelle Abnahme –48 %), Kalzium (–2 %) und Phosphat (–6 %). Die deutlichste iPTH-Abnahme (–66 %) ließ sich bei Patienten mit am stärksten ausgeprägtem sHPT (iPTH >800 pg/ml bei Cinacalcettherapiebeginn) beobachten. Der Anteil der die empfohlenen NKF/K-DOQI™Therapieziele erreichenden Patienten erhöhte sich während der Therapiephase bis zum Monat 12 für iPTH (von 3 % auf 36 %) und Phosphat (von 24 % auf 39 %) und blieb für Kalzium konstant (von 51 % auf 50 %). Zu Studienbeginn fand sich kein Patient mit allen 3 Parametern gleichzeitig innerhalb der NKF/K-DOQI™ Therapieziele, nach 12 Monaten erreichten 7 % dieses Therapieziel.

Während der Beobachtungszeit änderte sich der anteilsmäßige Einsatz des Phosphatbinders Sevelamer nicht, während der Einsatz kalziumhältiger Phosphatbinder anstieg und jener aluminiumbasierter abnahm. Hinsichtlich des Einsatzes von Vitamin D Analoga ergab sich keine wesentliche Änderung im Studienverlauf.

SCHLUSSFOLGERUNG: Der zusätzliche Einsatz von Cinacalcet verbesserte die Kontrolle der Knochen- und Mineralstoffwechselparameter und ermöglichte einem größeren Anteil an österreichischen Dialysepatienten, die empfohlenen KDOQI™ Therapieziele für Serum iPTH, Kalzium und Phosphat zu erreichen.

Emanuel Zitt, Christine Jäger, Alexander R. Rosenkranz, Manfred Eigner, Katharina Kodras, Josef Kovarik, Helmut Graf, Frank Pétavy, Sabine Horn, Bruno Watschinger, Wiener klinische Wochenschrift 1/2/2011

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