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Foto: AUVA
Dr. Andreas Greslehner Ärztlicher Direktor der Medizinischen Direktion der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA)
 
osteoporose 27. Oktober 2010

Screening nach jeder „Fragilitätsfraktur“ ist sinnvoll

Schätzungen zufolge nimmt Osteoporose in den nächsten Jahren einen epidemischen Verlauf. Am häufigsten sind Frauen von postmenopausaler Osteoporose betroffen. Sie verlieren innerhalb von fünf Jahren nach der Menopause 20 Prozent der Knochendichte. Frakturen heilen langsamer, ein „Implantatversagen“ ist oft ein „Knochenversagen“. Bei Frauen kommt es häufiger zu Re-Operationen und ihre Behandlung ist auf Grund länger dauernder Krankenhausaufenthalte kostenintensiver.

Knochendichtemessungen werden eingesetzt, um Entscheidungen zur Osteoporose-Therapie zu treffen. Die Veränderung der Knochenmineraldichte (T-Scores) ist jedoch nur einer der vielen Faktoren, die das absolute Frakturrisiko beeinflussen. Forscher entwickeln derzeit neue Voraussagemodelle, um das Frakturrisiko besser quantifizieren zu können. Die häufigsten Frakturen sind hüftnahe Frakturen, distale Radiusfrakturen und Frakturen der Wirbelkörper.

Die WHO empfiehlt ein Osteoporose-Screening ab dem 65. Lebensjahr und bei Vorliegen von Risikofaktoren wie familiärer Anamnese oder Medikamenteneinnahme ab dem 50. Lebensjahr. Gefordert wird ein Screening (DEXA-Messung) nach jeder „Fragilitätsfraktur“, ohne adäquates Trauma bei jedem Alter.

Daher werden Knochendichtemessungen in den Krankenanstalten der AUVA in Zukunft im zunehmenden Maße durchgeführt und Patienten, bei denen Osteoporose festgestellt wird, Empfehlungen für eine weitere Behandlung gegeben werden. Wir erhoffen uns, dass durch diese frühzeitige Weiterbehandlung der nächste Bruch, der dann sicher in zwei bis drei Jahren stattgefunden hätte, verhindert werden kann. Geplant ist, im kommenden Jahr in einem Unfallkrankenhaus damit zu starten, wenn sich das System bewährt, wollen wir es auf alle sieben Krankenhäuser sowie die REHA-Zentren ausweiten.

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