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Foto: KH Hietzing
Dr. Brigitte Ettl Ärztliche Direktorin am Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel, Obfrau der Plattform Patientensicherheit
 
osteoporose 27. Oktober 2010

Risikominimierung braucht Transparenz

Risikominimierende und sicherheitsförderliche Aktivitäten sind heute für alle Krankenhäuser ein wichtiger und selbstverständlicher Auftrag geworden. Im Zusammenhang mit dem Krankheitsbild der Osteoporose ist die Minimierung des Sturzrisikos ein zentrales Risk-Management-Thema. Nicht nur das Krankenhaus als Organisation ist dabei gefordert, sondern auch die Patienten selbst werden zunehmend animiert und darin unterstützt, im Bereich der eigenen Möglichkeiten risikominimierend zu denken und zu handeln.

Wir haben in unserem Haus daher ein Projekt gestartet, das sich speziell der Sturzprävention widmet. Der Gedanke ist einfach: Wenn ich schon die Osteoporose nicht verhindern kann, dann kann ich mit speziellen Präventionsprogrammen zumindest schwerwiegende Folgeerkrankungen eindämmen bzw. verhindern. Wir haben für das Aufnahmegespräch eine spezielle Fragen-Checkliste entwickelt, deren Antworten bereits auf ein erhöhtes Risiko hindeuten. Wenn etwa Alter, Geschlecht, Ernährungsstatus oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten dazu führen, dass das Risiko für einen Sturz und zu erwartende Frakturen größer ist.

Angesichts der massiven Konsequenzen von Osteoporose – von Schmerzen und Bewegungseinschränkung bis hin zu sozialer Isolation – kommt der adäquaten Prävention und Behandlung hohe Priorität zu. Dies steht auch im Einklang mit der International Classification of Functioning, Diseases and Health der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die neben der Schmerzbehandlung auch funktionelle und psychosoziale Verbesserungen berücksichtigt. Ein umfassendes Patientenmanagement und die Erhaltung der Mobilität gelten daher als Ziele, die auch einer Sturzprävention gerecht werden. Verschiedene Untersuchungen ergeben, dass besonders multidisziplinäre Programme zu einer deutlichen Reduktion des Sturzrisikos führen.

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Dr. Andreas Greslehner, Ärztlicher Direktor der Medizinischen Direktion der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA)

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Dr. Martin Weiß, Facharzt für Allgemeinmedizin und Chirotherapie in Rosenheim (D) und verantwortlich für die Schulung der Ärzte im Kieser Training

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