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Abb. 1: Osteoporoseprävention beginnt im Kindesalter: Eltern und Kinder sollen ihr Knochenkonto kennen und auch wissen, wie sie es gezielt auffüllen können.
 
Ernährung 21. September 2009

Ernährung

Das Knochenkonto

Die Primärprävention der Osteoporose mit Calcium und Vitamin D muss im Kindesalter beginnen.

Gemäß dem österreichischen Ernährungsbericht 2003 entwickelt sich das Ernährungsverhalten der österreichischen Bevölkerung zwar in eine wünschenswerte Richtung, doch gilt die Aufnahme einiger Mikronährstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in allen Bevölkerungsgruppen und insbesondere bei Kindern und Jugendlichen nach wie vor als zu gering (Elmadfa et al, 2008). Bei der Zufuhr von Calcium etwa besteht aufgrund der kritischen Versorgungssituation dringender Handlungsbedarf. Von keiner untersuchten Bevölkerungsgruppe wurden die lebensmittelbasierten Empfehlungen für den Verzehr von Milch und Milchprodukten als wichtigste Calciumlieferanten (>50 %) erreicht. Außerdem ist die Vitamin-D Aufnahme über Lebensmittel beim Großteil der Bevölkerung unzureichend.

Vitamin D und Calcium

Vitamin D und Calcium stellen die Basis eines ausgeglichenen Knochenstoffwechsels dar, und auch die Rolle von Vitamin D für die Resorption von Calcium und dessen Metabolismus im Körper ist bekannt.

Vitamin D und Calcium stehen in enger physiologischer Beziehung und spielen eine herausragende Rolle für die nötige Festigkeit des Knochens. Kinder und Jugendliche haben zudem aufgrund des Knochenwachstums einen erhöhten Bedarf an Calcium und Vitamin D und sind bei einer Störung des Knochenstoffwechsels besonders betroffen.

 

Studien zeigen, dass es in den sonnenarmen Wintermonaten bei bis zu einem Drittel der Bevölkerung zu einem Vitamin D-Mangelzustand kommt. Auch im Sommer kann ein Vitamin D Mangel entstehen, wenn Menschen die Sonnenexposition meiden, körperbedeckende Kleidung tragen oder Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor applizieren. Ein allgemein erhöhter Vitamin D-Bedarf besteht bei folgenden Bevölkerungsgruppen: Säuglinge, Kleinkinder, Jugendliche, Schwangere, Stillende, dunkelhäutige Menschen, Allergiker, die UV Exposition meiden müssen, ältere Menschen. Hauptquelle für Vitamin D in der Nahrung sind Milch und Milchprodukte, Eidotter, Seefisch und Innereien (Tabelle 1).

 

Den größten Anteil von bioverfügbarem Calcium in der Ernährung liefern Milch und Milchprodukte: Ein Liter Milch enthält ca. 1000mg Calcium. Der empfohlene tägliche Calciumbedarf ist altersabhängig und ändert sich im Lauf des Lebens: Gemäß den D A CH Empfehlungen benötigen Erwachsene ab dem 25. Lebensjahr täglich 1000mg Calcium, im Kindes- und Jugendalter ist der Calcium- bedarf erhöht (Tabelle 2).

Das Knochenkonto

Unsere Knochen: In den ersten dreizehn Lebensjahren werden 50 Prozent der Knochenmasse gebildet. Unabhängig vom Wachstum überwiegt die Knochenbildung, bis die höchstmögliche Knochenmasse (peak bone mass) erreicht ist - in der Regel zwischen dem 30. und 35. Lebensjahr. Danach nimmt die Knochendichte langsam wieder ab.

Als Hauptrisikofaktoren für verminderte Knochendichte vom Ausprägungsgrad Osteopenie bis hin zur Osteoporose sind neben einem Vitamin D-Mangel und einer unzureichenden Aufnahme von Calcium Bewegungsmangel und weitere Lebensstilfaktoren zu nennen.

Unzureichende Aufnahme von Vitamin D bei Kindern und Jugendlichen resultiert in biochemischen Veränderungen, Muskelschwäche, verminderter Knochenmineralisation, verzögertem Wachstum, Skelettdeformationen und erhöhtem Frakturrisiko, sowie dem Krankheitsbild der Rachitis (Pawley & Bishop, 2004).

 

Ziel der Primärprävention bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist, die optimalen Bedingungen zu gewährleisten, damit die genetisch determinierte maximale Knochendichte erreicht werden kann. Osteoporoseprävention soll nicht auf das Kollektiv der perimenopausalen Frauen beschränkt bleiben, sondern ein Gesundheitsziel sein, das bereits im Kindesalter und bei Burschen und Mädchen gleichermaßen wahrgenommen und umgesetzt wird.

Wir haben nur ein „Knochenkonto“ – das müssen wir unseren kleinen Patienten und deren Eltern klar machen.

Was tun?

Eine Verbesserung der Calcium- und Vitamin-D Versorgung durch eine Anhebung des Verzehrs von Milch und den daraus hergestellten Produkten bzw. durch Supplementation ist zu empfehlen; Larsen et al. wiesen in einer Populations-basierten Interventionsstudie nach drei Jahren statistisch relevante Effekte einer Supplementation mit 1000 mg Calcium und 400 Internationalen Einheiten (IU) Vitamin D hinsichtlich der Reduktion Osteoporose-relevanter Frakturen nach (Larsen et al., 2004).

Neben der routinemäßigen Erfassung der Risikofaktoren bei Kindern ist die ernährungstechnische Erziehung in Kindergärten und Schulen von grundlegender Bedeutung. Auch die Anreicherung von Milch und Milchprodukten mit Vitamin D und Calcium, insbesondere für Gruppen mit höherem Bedarf und Risikofaktoren, wäre wünschenswert.

Adaptiert nach: Empfehlung der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (D A CH Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr;

D A CH 2000); Patientenbroschüre Arznei & Vernunft 2005. * Schätzwerte. ** Schwangere und Stillende < 19 Jahre jeweils 1200 mg/Tag

Tabelle 1 Empfohlene Vitamin-D-Zufuhr pro Tag nach Altersgruppen
Säuglingeμg pro Tag
0 bis unter 4 Monate 10
4 bis unter 12 Monate 10
Kinder  
1 bis unter 4 Jahre 5
4 bis unter 7 Jahre 5
7 bis unter 10 Jahre 5
10 bis unter 13 Jahre 5
13 bis unter 15 Jahre 5
Jugendliche  
15 bis unter 19 Jahre 5
19 bis unter 25 Jahre 5
Erwachsene  
25 bis unter 65 Jahre 5
Schwangere & Stillende 5
Ältere Personen  
65 Jahre und älter 10
Osteoporosepatientinnen 20
Tabelle 2 Empfohlene Calcium-Zufuhr pro Tag nach Altersgruppen
Säuglingemg pro Tag
0 bis unter 4 Monate 220 *
4 bis unter 12 Monate 400 *
Kinder  
1 bis unter 4 Jahre 600
4 bis unter 7 Jahre 700
7 bis unter 10 Jahre 900
10 bis unter 13 Jahre 1100
13 bis unter 15 Jahre 1200
Jugendliche  
15 bis unter 19 Jahre 1200
19 bis unter 25 Jahre 1000
Erwachsene  
25 bis unter 65 Jahre 1000
Schwangere & Stillende 1000 **
Ältere Personen  
65 Jahre und älter 1000
Osteoporosepatientinnen 1500
Fruchtzwerge: ein Calcium- und Vitamin D-Schub!
Fruchtzwerge von Danone sind ein Frischmilchprodukt und stellen eine gut schmeckende Alternative für Kinder dar, die Vitamin-D-haltige Nahrungsmittel nicht in ausreichender Form zu sich nehmen, da sie ihnen oft nicht schmecken. Zwei Becher enthalten nach der letzten Rezepturänderung im Mai 2009 doppelt so viel Calcium wie Milch und Joghurt – sie decken somit den Tagesbedarf von vier- bis sechsjährigen Kindern zu rund einem Drittel ab. Ebenso enthalten zwei Becher Fruchtzwerge mehr als zehnmal so viel Vitamin D wie Milch oder Joghurt. Sie decken damit rund ein Viertel des empfohlenen Tagesbedarfs ab. Dabei enthalten Fruchtzwerge nicht mehr Fett als Vollmilch.

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