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Leben 5. Oktober 2015

Nachgerufen

Dem vielseitigen Naturwissenschaftler werden seit Jahrzehnten Kränze geflochten. Zurecht: Die Welt hat dem Franzosen viel zu verdanken.

Ein Vorteil des Redakteurdaseins ist das Archiv. Jenes des Julius Springer Verlags reicht tief ins 19. Jahrhundert zurück. Dort findet sich ein Nachruf auf Louis Pasteur, „gesprochen in der Sitzung der Deutschen Chemischen Gesellschaft vom 14. October 1985“. Der Autor war der Chemiker und spätere Nobelpreisträger Emil Fischer. Er beschreibt Pasteur, der am 27. Dezember 1822 in Dôle im französischen Département Jura als Sohn eines armen Gerbers geboren wird, als Kind vom Land, das gern fischt. Pasteurs exakte Zeichnungen weisen ihn schon früh als guten Beobachter aus. Ab dem 14. Lebensjahr entwickelte Pasteur Lerneifer und Neugier auf organische Chemie, die ihn, als Jungprofessor mit 25, auf eine damals sensationellen Idee bringt: Traubensäure ist kein Reinstoff, sondern ein gleichteiliges Gemisch aus rechts- und linksdrehender Weinsäure, also ein Racemat. Die Pariser Academie lässt sich überzeugen, der Physiker Jean-Baptiste Biot ist gerührt: „Mon cher enfant, j’ai tant aimé les sciences dans ma vie que ça me fait battre le cœur.“ (Mein liebes Kind, ich habe die Wissenschaften in meinem Leben so geliebt, dass es mir Herzklopfen verursacht.)

In Erinnerung bleibt Pasteur u. a. für seine Immunitäts-Forschungen zur Verhütung menschlicher und tierischer Krankheiten. Der Arzt Martin Hahn bezeichnete die Tollwutimpfung als „Krönung des Pasteurschen Lebenswerks“, Tausende von Gebissenen sind ihm zu Dank verpflichtet.

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