zur Navigation zum Inhalt
© Kyodo/MAXPPP/dpa
Wärmebildkamera am Narita Airport in Japan: Die Spezialkamera misst die Körpertemperatur von Flugpassagiere, das Zika-Virus löst aber nur leichtes Fieber aus und wird daher meist nicht entdeckt.
 
Infektiologie 22. Februar 2016

Es pressiert: Ausbreitung des Zika-Virus soll gebremst werden

US-Forscher rücken dem Zika-Überträger mit Gentechnik zu Leibe.

Die WHO nimmt viel Geld in die Hand, um die Ausbreitung des Zika-Virus zu stoppen. Mit gutem Grund: Die Weltbank rechnet mit Milliardenschäden, sollte das Virus nicht bald gestoppt werden.

Die Weltgesundheitsbehörde WHO will mit einem internationalen Aktionsplan die rasante Ausbreitung des Zika-Virus bremsen. Erkrankte sollen verbesserte medizinische Betreuung erhalten und die Entwicklung eines Impfstoffes soll vorangebracht werden, teilte die WHO am Mittwoch in Genf mit. Die Strategie umfasst auch Hilfe im Kampf gegen die Überträger-Mücken sowie bessere Aufklärung über Risiken.

US-Forscher schlagen einen neuen Ansatz vor, um der Ausbreitung des Virus beizukommen, und zwar mit dem neuen Wunderwerkzeug der Molekularbiologie, der Genschere CRISPR/Cas 9. Dieses Präzisionswerkzeug erlaubt es, kostengünstig Gensequenzen an lebenden Organismen auszutauschen, berichten Zach Adelman und Kollegen in der Zeitschrift Trends in Parasitoloy ( bit.ly/1TpRbvv ). Damit ließen sich möglicherweise Populationen der Überträgermücke Aedes aegypti soweit verändern, dass vorwiegend Männchen entstehen, die sich nicht von Blut ernähren, sondern von Nektar, und daher harmlos sind. Diese Idee sei zwar nicht ausgereift, habe aber großes Potenzial.

Die Kosten der Maßnahmen lägen bei rund 50 Millionen Euro, hieß es weiter. Das ist ein Bruchteil der Kosten, die der Kampf gegen das Zika-Virus und seine Folgen in Lateinamerika und der Karibik verursachen wird. Die Weltbank rechnet mit 3,5 Milliarden Dollar (umgerechnet 3,15 Milliarden Euro) an Kosten. Sollte das in der Regel von Stechmücken übertragene Virus nicht bald gestoppt werden, könnte es sogar noch teurer werden.

In Japan werden indes die Quarantäne-Vorschriften für Passagiere aus Lateinamerika verschärft. Menschen, die vermuten, dass sie infiziert sein könnten, müssen sich demnach von sich aus melden.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben