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† Carl Djerassi, 29.10.1923–30.01.2015
 
Leben 9. Februar 2015

Der „Vater der Pille“ ist tot

Der österreichisch-amerikanische Wissenschaftler und Miterfinder der Anti-Baby-Pille, Carl Djerassi, starb im Alter von 91 Jahren in San Francisco, Kalifornien, an einem Krebsleiden. Der Sohn jüdischer Eltern flüchtete 1939 vor den Nationalsozialisten in die USA, wo er promovierte. An der Stanford Universität lehrte Djerassi seit den späten 1950er-Jahren. Zusammen mit Luis Miramontes entwickelte er vor mehr als 60 Jahren in Mexiko die Synthese für das Sexualhormon Norethisteron und legte damit die Basis für die Pille. Das Verhütungsmittel kam 1960 erstmals auf den Markt. Zu den Arbeiten des Chemikers gehörte auch die künstliche Herstellung von Kortison. Für seine wissenschaftlichen Errungenschaften erhielt der Professor unter anderem die National Medal of Science in den USA, das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst und das Bundesverdienstkreuz. Zudem wurde er mit vielen Ehrendoktortiteln gewürdigt. Djerassi selbst bewertete seinen naturwissenschaftlichen Erfolg im Bezug auf die Pille bei allem Stolz mit Bescheidenheit. Er bezeichnete sich als „Mutter der Pille“, weil er sich selbst nur als chemischer Erfinder des Empfängnisverhütungsmittels betrachtete, und schrieb auch eine gleichnamige Autobiografie. Seit den 1980er-Jahren sah sich Djerassi vor allem als Roman- und Bühnenautor.

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