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Josef L. Strobl, Eva Kruder, Otto Traindl, Gabriele Hirt, Andrea Kögler, Martin Groman, Michaela Mittelstrasser (LKH St. Pölten) und die erste Peritonealdialyse-Patientin Marliese Himmel.
 
Nephrologie 18. Juni 2012

Peritonealdialyse nun auch in Mistelbach

Seit Mai wird im Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf eine weitere Form der Nierenersatztherapie, die Bauchfelldialyse, angeboten.

„Für Patienten mit Nierenerkrankungen gibt es derzeit im Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf drei Möglichkeiten der Behandlung – die herkömmliche Hämodialyse (Blutwäsche), die Nachsorge nach Nierentransplantation, sowie die Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse)“, erklärt der Leiter der Abteilung für Nephrologie und Kardiologie und Ärztliche Direktor Doz. Dr. Otto Traindl.



Für eine Nierentransplantation kommen nur rund ein Drittel aller Patienten in Frage, daher bleibt für viele die Dialyse als Therapieform. Die Hämodialyse, bei der eine Blutentgiftung stattfindet, muss rund drei Mal pro Woche ambulant im Klinikum durchgeführt werden. Traindl. „Hierbei werden harnpflichtige Substanzen und auch Flüssigkeit aus dem Blut entfernt und dieses dann – quasi „gereinigt“ - dem Körper wieder zugeführt. Das dauert jeweils rund vier Stunden.“

Bauchfelldialyse kann zu Hause selbst durchgeführt werden

Anders ist es da bei der neuen Bauchfelldialyse, die der Patient selbstständig daheim ausführen kann. Hier wird das Blut nicht außerhalb des Körpers gereinigt, sondern im Körper mit Hilfe des Bauchfells. Dieser Vorgang muss mehrmals täglich durchgeführt werden. „Für den Patienten bringt die Bauchfelldialyse aber einige Vorteile mit sich: Sie sind selbstständiger und müssen nur zu Kontrollen ins Landesklinikum kommen“, so Traindl. Allerdings ist nicht bei allen Patienten die Anwendung dieser Form der Dialyse möglich.

Ausbildungsleistung für Ärzte in Facharztausbildung


Mit dem Angebot der Peritonealdialyse, das in enger Kooperation mit dem Landesklinikum St. Pölten entwickelt wurde, kann das Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf nun seinen Patienten, aber auch Ärzten in Facharztausbildung, das gesamte Spektrum der Nephrologie (Nierenlehre) anbieten. Derzeit gibt es bereits zwei PatientInnen, die die Peritonealdialyse durchführen. Insgesamt betreut die Dialysestation des Landesklinikums derzeit 93 Patienten.

Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf&/IS, springermedizin.at

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