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Prof. Dr. Reinhold Kerbl, LKH Leoben-Eisenerz
 
Menschen & Taten 10. Jänner 2012

Neuer Präsident für Österreichs Kinder- und Jugendfachärzte

Prof. Dr. Reinhold Kerbl, Vorstand der Abteilung für Kinder und Jugendliche am Landeskrankenhaus Leoben-Eisenerz, Steiermark, hat am 1. Jänner 2012 die Präsidentschaft der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde übernommen. Der in Oberösterreich geborene Kinderarzt ist als amtierender Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung, als Sprecher der Plattform „Politische Kindermedizin“, als Herausgeber verschiedener pädiatrischer Fachzeitschriften und langjähriger Sekretär der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde seit Jahren um eine entsprechende Wahrnehmung der Kinder und Jugendlichen im öffentlichen Gesundheitswesen bemüht. Dringenden Handlungsbedarf sieht Kerbl unter anderem in den Bereichen Prävention, Kinder- und Jugendlichenrehabilitation, in den Zulassungen für Kinderarzneimittel, in der Versorgung der Kinder und Jugendlichen in Österreich mit kostenfreier Physio-, Logo-, Ergo- und Psychotherapie sowie im Bereich der Sozialpädiatrie.

Auch in die Überarbeitung des derzeitigen Mutter-Kind-Passes zur Eltern-Kind-Vorsorge-Neu will der neue ÖGKJ-Präsident verstärkt die Expertise der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde einbringen. Außerdem fordert die ÖGKJ, die seit 2002 ermöglichte Schuleinstiegsuntersuchung im fünften Lebensjahr verpflichtend einzuführen, da dabei, so Kerbl, „nicht nur körperliche, sondern auch kognitive und psychomotorische Defizite festgestellt und frühzeitig behandelt werden können“. Schließlich empfiehlt Präsident Kerbl auch die Einführung einer Gesundenuntersuchung für Jugendliche, um die derzeit herrschende Lücke in der Gesundheitsvorsorge für Österreichs Jugendliche zu schließen.

In seiner neuen Funktion als Präsident der österreichischen Kinder- und Jugendfachärzte sieht Kerbl seine Aufgabe vor allem auch darin, den Stellenwert der Pädiatrie bei den verantwortlichen Institutionen und Politikern zu stärken. Ziel wird es daher sein, den Institutionen des öffentlichen Gesundheitswesens eine Zusammenarbeit anzubieten, sie gleichzeitig aber auch einzufordern. Dabei sollen alle Ebenen der Kindermedizin von der niedergelassenen Pädiatrie bis hin zur hoch spezialisierten Tertiärversorgung an den universitären Zentren eingebunden werden, weil „nur ein aufeinander abgestimmtes Konzept ein gutes Ganzes ergibt“.

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