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Foto: Astrid Magenau for ComBio2007
Fritz H. Bach (1934–2011), ein begeisterter Forscher und liebenswürdiger Mensch.
 
Menschen & Taten 30. August 2011

Ein großer Mediziner ...

Der Transplantationsimmunologe Fritz H. Bach starb in den USA im Alter von 77 Jahren.

Der gebürtige Österreicher Prof. Dr. Fritz H. Bach war einer der Pioniere in der Untersuchung von Möglichkeiten, tierische Organe so zu konditionieren, dass der Mensch sie bei einer Transplantation nicht abstößt. Seine Neugierde und wissenschaftliche Brillanz verknüpfte er mit einer ebenso begeisterten und ansteckenden Lebensfreude und kulturellen Offenheit. Am 14. August 2011 verstarb der Harvard-Professor in den USA.

 

In den späten 1960er-Jahren gelang Bach mit einer speziellen Technik die Optimierung der Spenderauswahl für Knochenmarkspender. Die Entwicklung der bestmöglichen Spender-Empfänger-Übereinstimmung bestand in der systematischen Vermischung von Zellen des Empfängers mit jenen des potenziellen Spenders, bis er jenen Spender fand, dessen Zellen keine Abwehrreaktion auf jene des Empfängers zeigte. So ließ sich dann bereits im Vorhinein feststellen, ob die Antikörper des Spenders und des Empfängers kompatibel sind. Diese Technik wurde zum ersten Mal im Jahr 1968 von Dr. Robert A. Good, dem „Vater der Immunologie“, bei einer Knochenmarktransplantation eines fünf Monate alten Buben mit einem Knochenmarkschaden angewendet.

Ein begeisteter Forscher

Bach selbst führte ein Team, das einen zweijährigen Buben mit einer Blutungsstörung und wiederholten Infektionen operierte. Einige Jahre später gelang es ihm, das Verfahren zu beschleunigen. Anstatt nach Tagen, erhielt man nun nach Stunden das Ergebnis der Analyse und konnte so das Instrument auch für die Spender-Empfänger-Kompatibilität bei Nierentransplantationen einsetzen. Darüber hinaus beschrieb er, wie die weißen Blutzellen klassifiziert und eingefroren werden können, um bei potenziellen Spendern als Screening verwendet zu werden.

Seine Arbeiten zur Kompatibilität von Spendern führten letztlich auch zu Experimenten, die die Identifikation des Major Histocompatibility Complex ermöglichten, ein System von Oberflächenproteinen, das die einzigartige Immunität jedes Menschen definiert. Seine Arbeiten über die Immunität und Abstoßungsreaktionen führten ihn in den 1990er-Jahren auch in das Feld der Xenotransplantation. Allerdings warnte er nachdrücklich vor den möglichen Gefahren, die durch eine Krankheitsübertragung vom tierischen Organ auf den Menschen entstehen könnten.

Seine neuesten Forschungen beschäftigten sich mit der Vermeidung von lebenslanger immunsuppressiver Medikation nach Transplantationen durch eine bessere Transplantattoleranz und er fand Hinweise, dass sehr niedrige Konzentrationen von inhaliertem Kohlenmonoxid helfen könnten, den Schaden von zerstörten Arterien zu minimieren.

In einer jüdischen Familie am 5. April 1934 geboren, wurde Bach mit seinem älteren Bruder 1939 nach der Reichskristallnacht nach England verschickt, wo ihn eine britische Familie aufnahm. Mit der eigenen Familie trafen die beiden Kinder später in Bath zusammen und sie emigrierten nach Amerika. Schule, Universität und Medizinische Universität absolvierte er in den USA in Burlington, Vermont und in Harvard. Schließlich unterrichtete er selbst an der Universität von Wisconsin, an der Universität von Minnesota und in Harvard. Im Jahr 2004 erhielt Bach die österreichische Staatsbürgerschaft zurück und 2005 wurde er Ehrendoktor der Universität Wien, wo er auch ein Forschungslaboratorium gründete.

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