Prof. Dr. Hans Lassmann, Leiter der Abteilung für Neuroimmunologie am Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien erhielt für seine herausragende Leistungen auf dem Gebiet der neurologischen Grundlagenforschung für seine Forschungsarbeit im Bereich der Multiplen Sklerose, den K.J. Zülch Preis . Bei der Multiplen Sklerose werdendie Isolierschichten der Nervenfasern zerstört. Experimentelle Forschungsarbeiten der letzten Jahrzehnte haben die Mechanismen der Entzündung im Nervensystem weitgehend aufgeklärt. Neue wirksame Therapien stehen heute zur Verfügung, die sowohl den Verlauf verzögern als auch die klinischen Auswirkungen dieser Erkrankung vermindern können. Schädigungsmechanismus erforscht"/>
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Prof. Dr. Hans Lassmann
 
Neurologie 9. September 2010

Österreichische MS-Forschung international ausgezeichnet

Prof. Dr. Hans Lassmann, Leiter der Abteilung für Neuroimmunologie am Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien erhielt für seine herausragende Leistungen auf dem Gebiet der neurologischen Grundlagenforschung für seine Forschungsarbeit im Bereich der Multiplen Sklerose, den K.J. Zülch Preis.

Bei der Multiplen Sklerose werdendie Isolierschichten der Nervenfasern zerstört. Experimentelle Forschungsarbeiten der letzten Jahrzehnte haben die Mechanismen der Entzündung im Nervensystem weitgehend aufgeklärt. Neue wirksame Therapien stehen heute zur Verfügung, die sowohl den Verlauf verzögern als auch die klinischen Auswirkungen dieser Erkrankung vermindern können.

Schädigungsmechanismus erforscht

In Patienten mit bereits fortgeschrittener Erkrankung zeigen diese Therapien jedoch nur sehr begrenzte Wirkung. Dies liegt auch daran, dass die Mechanismen der durch die Entzündung ausgelösten Gewebeschädigung bislang nur unvollständig erforscht sind. Von Lassmann konnte im Zuge seiner Forschungstätigkeit jedoch ein dominanter Mechanismus identifiziert werden, durch den die chronische Entzündungsreaktion zu einer Schädigung der Mitochondrien führt.

Die Bedeutung dieser Entdeckung zeigt sich dadurch, dass ähnliche Mechanismen der Neurodegeneration auch in klassischen neurodegenerativen Erkrankungen des Nervensystems, wie der Alzheimer’schen oder Parkinson’schen Erkrankung, eine Rolle zu spielen scheinen. Außerdem könnten diese neuen Erkenntnisse in absehbarer Zeit zu wirksamen neuroprotektiven Therapiestrategien führen, also auch bei bereits fortgeschrittener Erkrankung wirken.

Zur Person
 

Prof. Dr. Hans Lassmann, geboren 1949 in Wien, studierte an der Medizinischen Fakultät in Wien und habilitierte 1983 in Neuropathologie.

Danach übernahm er die Leitung der Forschungsgruppe für Experimentelle Neuropathologie, von 1990 bis 1995 war er auch Leiter einer entsprechenden Forschungseinheit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.


Seine Lehrtätigkeit nahm Lassmann 1993 als Universitätsprofessor auf, 1999 erhielt er die Professur für Neuroimmunologie und übernahm auch die Leitung der gleichnamigen Abteilung des Zentrums für Hirnforschung, dessen Gründungsleiter er war.


Lassmann erhielt bereits zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, außerdem übt er diverse Funktionen in unterschiedlichen wissenschaftlichen Gesellschaften aus und ist Mitglied von Editorial Boards verschiedener internationaler Fachzeitschriften sowie Frequent Reviewer für das Fachmagazin Lancet.


 

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