zur Navigation zum Inhalt
 
Menschen & Taten 26. Februar 2010

Drei neue Professuren

Die Medizinische Universität Wien baut die Forschungs- und Lehrkompetenz ihrer Forschungscluster aus: Siegfried Trattnig erhält die neue Professur für Radiologie mit Schwerpunkt Hochfeld-MR, Harald Sitte jene für Psychopharmakologie, Berthold Streubel ist Professor für Zytogenetik.  

Radiologie mit Schwerpunkt Hochfeld-MR

Trattnig05

Univ. Prof. Dr. Trattnig ist Pionier auf dem Gebiet der multiparametrischen oder biochemischen Bildgebung des Knorpels und der Bandscheibe mit MR Sequenz- und Methodenentwicklung auf Basis der Translational Research, also der klinisch orientierten Forschung.

"Gemeinsam mit meiner Funktion als Leiter des Exzellenzzentrums für Hochfeld MR, möchte ich dieses als weltweit anerkanntes klinisches Imaging Zentrum für 7 Tesla etablieren", so Trattnig. Aufgrund seiner Forschungsarbeiten zählt das Exzellenzzentrum für Hochfeld MR der MedUni Wien, zu den international führenden Zentren für fortgeschrittene muskulo-skeletale MR mit einer besonderen Expertise in multiparametrischer oder biochemischer MR-Bildgebung. Seit Herbst 2008 ist das Zentrum mit einem der weltweit ersten 7 Tesla Ultrahochfeld-Magnetresonanztomgraphen ausgestattet.  Weiters möchte Trattnig die internationalen Kooperationen im Ultrahochfeld-MR Sektor ausbauen und Wien als Testsite für Firmen, die Spulen für 7 Tesla herstellen, weiter stärken.

Professur für Psychopharmakologie

Sitte_harald02

Univ. Prof. Dr. Harald Sitte beschäftigt sich am Zentrum für Physiologie und Pharmakologie, Institut für Pharmakologie an der MedUni Wien mit der Wirkung von Amphetaminen, Kokain und anderen psychotomimetischen Substanzen auf molekularer Ebene.

Im Zentrum seiner auf anspruchsvollen biochemischen, mikroskopischen, elektrophysiologischen und molekularbiologischen Techniken basierenden Arbeit steht die Erforschung der molekularen Eigenschaften von Neurotransmitter-Transportern. 

"Wir sind daran interessiert, zu verstehen, wie der Prozess des Transports und der Transportblockade im atomaren Detail funktioniert, um diese Kenntnisse schließlich über die zelluläre Ebene in die klinische Ebene weiterzuführen und erwünschte aber auch unterwünschte Substanzeffekte zu erklären", meint Sitte.

Als Leiter des Spezialforschungsbereiches SFB35 "Transmembran-Transporter in Gesundheit und Krankheit" strebt Sitte die stärkere Integration und Translation von Grundlagenforschung in Struktur/Wirkungsbeziehungen sowie Zellbiologie in die klinische Forschung an.  

Neue Kombination

Streubel_Berthold_

Der Humangenetiker Univ. Prof. Dr. Berthold Streubel erforscht am Klinischen Institut für Pathologie die Zusammenhänge zwischen genetischen und pathologischen Daten um so neue Erkenntnisse zur Entstehung und Klassifikation von Krankheiten zu gewinnen.

Bisherige Schwerpunkte sind dabei die Charakterisierung zytogenetischer und molekulargenetischer Veränderungen in Tumoren und die molekularzytogenetische Darstellung genetischer Veränderungen in der Tumormikroumgebung.

Die Kombination von Genetik und Pathologie unter derselben Struktur ist international gesehen selten. Streubel sieht gerade darin weitreichende Chancen in einem großen Aufgabenbereich: "Beginnend von angeborenen genetischen Erkrankungen im prä- und postnatalen Bereich bis zu erworbenen genetischen Erkrankung im Sinne von Tumorerkrankungen können wir durch Korrelation genetischer und pathologischer Daten und in enger Zusammenarbeit mit den Kliniken neue Erkenntnisse gewinnen."

Als Vision sieht Streubel eine "genombasierte individualisierte Medizin, wobei eine umfassende genetische Charakterisierung der einzelnen PatientInnen möglich sein sollte."  

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben