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Menschen & Taten 23. Februar 2010

„Wien sorgte für europaweite Schlagzeilen“

Langzeit-Gesundheitsstadtrat a.D. Alois Stacher feierte seinen 85. Geburtstag. Große politische Erfahrungen hatte der Hämatologe aus dem Hanusch-Krankenhaus nicht, dafür jede Menge Praxis und Einsicht in den Wiener Spitalsalltag. Schon bald nach seinem Amtsantritt war Stacher mit den damaligen „menschenunwürdigen Zuständen“ (Stacher) auf der Baumgartner Höhe konfrontiert, wo Patienten im Keller auf Grund von Platzmangel untergebracht waren. Zusammen mit dem damals jungen Psychiater Stephan Rudas entwickelte er die Psychiatriereform und den Psychosozialen Dienst, der kürzlich sein 30-jähriges Bestehen feierte. Der Erfolg zeigte sich rasch: Verfügte Wien 1980 noch über 3.850 Betten in der Versorgungspsychiatrie und keine ambulanten Strukturen, sind heute nur mehr 650 Betten notwendig. „Europaweit sorgte damals Wien für Schlagzeilen“ (Stacher). Ein weiterer wesentlicher Schritt war sein Engagement zur Errichtung des Donauspitals, SMZ Ost.

Sechzehn Jahre, von 1973 bis 1989, verantwortete der Mediziner Alois Stacher den Gesundheits- und Sozialbereich (bis 1986) der Stadt Wien. Im Gespräch merkt Stacher an, dass er „zuerst eigentlich gar nicht Stadtrat werden wollte.“ Überredungskünste des damaligen Bürgermeisters Leopold Gratz – Stacher und Gratz kannten sich von der Hochschülerschaft – brachten Stacher, der sich in der Forschung über maligne Lymphomen bzw. mit der international anerkannten neuen Lymphomenklassifikation zusammen mit seinem deutschen Kollegen Karl Lennert aus Kiel „gerade einen Namen machte“, dazu, doch „Ja“ zu sagen. .

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