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Foto: Universitätsklinikum Ulm
Professor Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm und Sprecher des Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU).
 
Menschen & Taten 23. Februar 2010

Hochdotierte Auszeichnung für translationale Krebsforschung

Für seine Verdienste um die translationale Krebsforschung erhielt Professor Hartmut Döhner den mit 50.000 Euro dotierten Anita- und Cuno-Wieland-Preis. Die Verleihung fand am 6. Februar im Anschluss an das Frühjahrssymposium des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg NCT statt, das intensiv die translationale Krebsforschung vorantreibt. Deren Ziel ist es, Ergebnisse der Grundlagenforschung zum Wohle der Patienten schnell in die klinische Praxis einfließen zu lassen.

Professor Döhner arbeitet seit 1990 eng mit der Abteilung „Molekulare Genetik“ am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg unter der Leitung von Professor Peter Lichter zusammen und forscht seither intensiv an der genetischen Charakterisierung von chronisch lymphatischen Leukämien.

„Professor Döhner ist seit seinen universitären Kindesbeinen an ein herausragender Krebsforscher mit translationalem Ansatz, und zwar schon zu einem Zeitpunkt, als dieser Begriff noch nicht in aller Munde war“, sagte sein langjähriger Co-Autor und Freund Professor Peter Lichter, der die Laudatio hielt.

Professor Döhner verfasste eine Vielzahl innovativer Arbeiten über genetische Veränderungen bei Leukämien. Er war maßgeblich an der Entwicklung neuer Leitlinien beteiligt, die mittlerweile routinemäßig international bei der Behandlung von Patienten mit chronisch lymphatischen Leukämien eingesetzt werden. Diese berücksichtigen genetische und molekulargenetische Risikofaktoren, von denen bekannt ist, dass sie z.B. mit einem Fortschreiten der Erkrankung oder mit dem Auftreten von Komplikationen zusammenhängen. So kann für einen Patienten und seine Erkrankung ein individuelles Risikoprofil errechnet werden, mit dem der Verlauf der Erkrankung und der Erfolg der vorgeschlagenen Therapie wesentlich genauer abschätzbar sind.

Seit 1993 richtete Professor Döhner seinen Forscherblick zudem auf die akute myeloische Leukämie (AML). Mit einer Vielzahl hochrangiger Wissenschaftler aus Labor und klinischer Forschung versucht er puzzlesteinartig, die Ursachen der AML besser zu verstehen, um Überlebens- und Heilungschancen dieser Leukämieform zu verbessern.

Als Leiter der Deutsch-Österreichischen Studiengruppe für AML setzt er sich in einer der größten Studiengruppen weltweit für innovative Konzepte zur Behandlung der AML ein. Im Rahmen des Comprehensive Cancer Center Ulm strebt er nun an, die translationale Forschung auch bei anderen Krebsarten zu fördern.

Die Heidelberger Alois Hirdt-Erben und Wieland-Stiftung wurde aus dem Nachlass eines ehemaligen Oberarztes der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie gegründet. Sie vergibt den mit 50.000 Euro dotierten Anita- und Cuno-Wieland-Preis für herausragende klinisch-onkologische Forschung sowie eine Förderung über 5.000 Euro für soziale Projekte im Bereich der Onkologie.

 

PI Universitätsklinikum Ulm, Ärzte Woche 08 /2010

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