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© Philipp Horak
Margaretha Maleh, die neue Präsidentin von MSF Österreich ist eingearbeitet: Maleh sitzt seit 2 Jahren als Vizepräsidentin im Vorstand.
 
Infektiologie 26. Oktober 2015

„Eine so massive Bewegung kann man in unserer vernetzten Welt nicht verschlafen!“

3 Fragen, 3 Antworten

Der Flüchtlingsansturm auf Europa wird während Margaretha Malehs dreijähriger Präsidentschaft nicht nachlassen. MSF Österreich hat ein mobiles Hilfsteam im Einsatz, um an Grenzübergängen und entlang der Balkan-Route medizinische und humanitäre Hilfe zu leisten.

In Traiskirchen war das Innenministerium offenbar der Meinung, dass Ihre Dienste nicht vonnöten sind. Hatten Sie beim Flüchtlingsthema irgendwann das Gefühl, dass Ihr Know-how gefragt ist?

Maleh:Einsatzteams von Ärzte ohne Grenzen selbst werden nur dann tätig, wenn keine ausreichenden medizinischen Strukturen vorhanden sind. Dies ist in Österreich nicht der Fall. Allein die politische Verantwortung, diese Ressourcen einzubinden, scheint nur sehr schleppend und unzureichend wahrgenommen zu werden.

Kann es ein Nachteil sein, überparteilich zu agieren?

Maleh:MSF ergreift Partei, und zwar für Menschen in Not, Opfer von natürlich verursachten oder von Menschen geschaffenen Katastrophen sowie von bewaffneten Konflikten, ohne Diskriminierung und ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft, religiösen oder politischen Überzeugung. Durch seine Tätigkeit leistet MSF einen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung des Gesundheitswesens in Ländern, in denen die medizinische Versorgung aufgrund von humanitären Katastrophen und Armut ungenügend ist. Unsere Prinzipien basieren auf der universalen medizinischen Ethik und dem Recht auf humanitäre Hilfe.

Die Politik hat die Flüchtlingskrise verschlafen, Sie nicht, wieso?

Maleh: In unserer vernetzten Welt kann man so eine massive Bewegung nicht verschlafen! Es scheint, dass die Politik weder ein nationales noch ein europaweites Konzept hatte, auf das man sich rechtzeitig hätte einigen können, und dieser Prozess dauert noch an.

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