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Chirurgie 22. August 2014

Brustimplantate werden sicherer

Neue Technologie bietet Vorteile hinsichtlich Qualität und Sicherheit.

Verbesserte Gel-Eigenschaften, eine Barriere gegen Silikonaustritt und ein „implantierter Versicherungsschutz“ sind die Merkmale einer neuen Generation von Brustimplantaten.

Immer mehr Frauen hinterfragen kritisch die Herkunft ihrer Brustimplantate. Zu Recht, meint Dr. Carlo Hasenöhrl, FA für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie, Innsbruck. Denn Brustimplantate sollen nicht nur natürlich aussehen, sondern auch sicher sein.

Unbreakable Gel

Eine neue Generation von Silikon-Brustimplantaten enthält nun erstmals eine Kombination an innovativen Sicherheitsmerkmalen für Arzt und Patientin: Eine Oberfläche mit spezieller Texturierung (Nanotechnologie), die gänzlich ohne Einsatz von Fremdstoffen, wie z. B. Zucker hergestellt wird, garantiert, laut Hersteller Establishment Labs, an allen Stellen des Implantats gleiche Belastungs- bzw. Dehnungseigenschaften. Die Reißfestigkeit des Implantats liegt nach allen Produkttests weit über den Spezifikationen der American Society for Testing and Materials (ASTM) und über den ISO-Standards. Darüber hinaus sind diese Implantate (Motiva) mit dem „Unbreakable Gel“ gefüllt, das für ein natürliches Aussehen sorgt und auch besonderen Belastungen wie etwa intensivem Sport standhält.

„Patientinnen schätzen das natürliche und besonders weiche Brustgefühl“, berichtet Doz. Dr. Georg M. Huemer, FA für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie in Linz. Das außergewöhnlich weiche Füllgel ermögliche dem Chirurgen auch eine leichtere und sicherere Einbringung bei gleichzeitig kleineren Schnitten.

Schutzschicht mit Farbindikator

Sicherheitsfeature 2: Die neue Barriere-Technologie „BluSeal“. Diese Schutzschicht wird bei Motiva-Implantaten erstmals als patentierter blauer Farbindikator umgesetzt. Dadurch kann der Arzt von außen erkennen, dass diese wichtige Schutzschicht (sie verhindert den Austritt von Silikon in den Körper) im Implantat tatsächlich vorhanden und unbeschädigt ist. Bei den zu trauriger Berühmtheit gelangten Implantaten des französischen Herstellers PIP fehlte diese Schutzschicht.

„Die Motiva-Implantate sind sowohl in Bezug auf die Sicherheit als auch auf das natürliche Erscheinungsbild eine längst fällige Weiterentwicklung“, meint Prim. Dr. Thomas Hintringer, Vizepräsident der österreichischen Gesellschaft für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie. Die von ihm geleitete Abteilung im KH der Barmherzigen Schwestern Linz setzt mittlerweile ausschließlich diese Implantate ein.

Implantierter Chip

Sicherheitsfeature Nummer 3: Weltweit einzigartig und ein maximaler Sicherheitsgewinn ist ein winziger Chip im Inneren des Implantats. Dieser wurde als erster und bisher einziger von der FDA für die Implantation im menschlichen Körper zugelassen. Er ermöglicht dem Vertrauensarzt, und nur ihm – unter absoluter Wahrung der Datensicherheit – Hersteller, Artikel- und Seriennummer von außerhalb des Körpers zu erfassen.„Durch diesen Chip ist es erstmals möglich, Implantate – wie von der Europäischen Union vorgesehen – auch wirklich in Registern zu erfassen und damit eine kontinuierliche Qualitätskontrolle zu gewährleisten“, erklärt Dr. Heike Klepetko, Plastische Chirurgin in Wien und Rotterdam. „Zusätzlich kann das Implantat im Rahmen von Folgeeingriffen von außen identifiziert werden. Der Hersteller bietet auch einen Versicherungsschutz, der die Kosten bei einem allfällig nötigen Implantattausch, etwa wegen Kapselfibrose, deckt.“

Bald auch Hüfte und Knie gechipt

Derzeit können Frauen noch wählen, ob sie eine Variante mit oder ohne Chip möchten. Eine aktuelle Empfehlung der FDA lässt allerdings erwarten, dass künftig überhaupt nur mehr gechipte Implantate zugelassen werden – egal, ob Hüfte, Knie oder Brust. Der Chip ist Mammographie- und CT-verträglich.

Quelle: Presseinformation ConsuMED

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