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Onkologie 9. Jänner 2014

Medikamentöse Therapie kann Mammakarzinom vor Operation beseitigen

Österreichische Wissenschafter: Erreichbar bei einem fast einem Viertel der geeigneten Patientinnen.

 Mit einer Kombi-Chemotherapie bereits vor der Operation ("neodadjuvant") gelingt es bei fast einem Viertel der Brustkrebspatientinnen, eine komplette Remission herbeizuführen. Das ist das Endergebnis der Studie 24 der Austrian Breast and Colorectal Cancer-Gruppe (ABCSG), die jetzt in den Annals of Oncology veröffentlicht worden ist.

Die ABCSG hat in den vergangen Jahren mit ihren klinischen Studien vor allem bei Brustkrebs in der internationalen Wissenschaftsszene immer wieder für Aufsehen gesorgt. In der ABCSG-24-Studie wurde nach dem bestmöglichen Weg gesucht, mit einer neoadjuvanten medikamentösen Therapie bei Brustkrebs die Tumoren zum Verschwinden zu bringen.

Die Untersuchung stand unter Leitung des Onkologen Günther Steger (Universitätsklinik für Innere Medizin I/Wiener AKH/Comprehensive Cancer Center). Dabei ging es um eine Verbesserung der sogenannten neoadjuvanten medikamentösen Therapie von Frauen mit Brustkrebs schon vor der Operation. Bei Patientinnen mit relativ großem Tumor - aber noch ohne Metastasen - oder mit Hinweisen auf einen aggressiveren Tumor versucht man, durch eine Chemotherapie bereits vor dem chirurgischen Eingriff, die Geschwulst möglichst klein zu machen oder gar zu beseitigen. Angestrebt wird die komplette Remission - der Pathologe soll bei dem in der Operation entfernten Gewebe möglichst keine Krebszellen mehr finden.

Drei Chemotherapeutika gemeinsam

Die Autoren der Studie der ABCSG mit Beteiligung mehrerer österreichischer Kliniken und Abteilungen untersuchte, ob man im Vergleich zu einer Chemotherapie vor der Operation mit den Zytostatika Epirubicin (ein Anthrazyklin) und Docetaxel (ein Taxan) durch die Hinzufügung der Substanz Capecitabine die Krebszellen bei noch mehr Patientinnen zum Verschwinden bringen kann. Das war in der Untersuchung mit insgesamt 536 Probandinnen auch wirklich der Fall.

Die Ergebnisse: Während ohne das dritte Chemotherapeutikum (Capecitabine) bei 15,4 Prozent der Patientinnen keine bösartigen Zellen mehr zu finden waren, war das in der Gruppe mit der Dreifach-Kombination bei 23 Prozent der Fall. Behandelte man dafür in Frage kommende Patientinnen auch noch zusätzlich mit dem monoklonalen Antikörper Trastuzumab, steigerte das die Wirkung noch einmal. Der Unterschied war aber statistisch nicht signifikant. Dafür kam es zu einer höheren Nebenwirkungsrate.

Onkologe Steger erklärte bereits im September 2009, als die erste Auswertung vorlag, dass man jedenfalls mit einer solchen frühzeitigen medikamentösen Behandlung von geeigneten Brustkrebspatientinnen wohl auch die Langzeit-Überlebensrate steigern könne. Mit den Erkenntnissen der ABCSG-24-Studie wäre das bei statistisch fast einer von vier Behandelten der Fall.

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