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Gynäkologie und Geburtshilfe 26. November 2012

Östrogen wurde rehabilitiert

Neue 10-Jahresdaten der WHI-Studie.

Zwischen 1993 und 1998 wurden 10.739 postmenopausale Frauen aus 40 klinischen Zentren in einer randomisierten, doppelt geblindeten, placebokontrollierten Studie zusammengefasst.

Hysterektomierte Frauen bekamen entweder orale Equinestrogene (0,625mg/Tag) oder Placebo. Am 29. Feber 2004 wurde die Studie wegen einer erhöhten thromboembolischen Inzidenz in der Verumgruppe abgebrochen, bei 7.645 Teilnehmern jedoch eine ausgedehnte Überwachung bis August 2009 weitergeführt, die die langfristige Wirkung von Östrogen auf die Inzidenz von invasivem Mammakarzinom, Tumor-Charakteristika und Mortalität evaluierte.

Nach dem medianen Follow-up von 11,8 Jahren und einer vorherigen Verwendung von Östrogen über einen medianen Zeitraum von 5,9 Jahren zeigt sich in der Östrogengruppe eine niedrigere Inzidenz von invasivem Brustkrebs (151 Fälle, 0,27%/Jahr) gegenüber Placebo (199 Fälle, 0,35%/Jahr). Dieser bemerkenswerte Unterschied betraf Frauen ohne belastende Brustanamnese.

Besonders erwähnenswert ist der Unterschied in der Mortalität nach 11,8 Jahren, wenn man die Todesfälle in der Östrogengruppe gegenüber Placebo vergleicht. In der Östrogengruppe starben weniger Frauen an Brustkrebs (6 Todesfälle, 0,009%/Jahr) im Vergleich zur Kontrollgruppe (16 Todesfälle, 0,024%/Jahr).Aber auch die Sterblichkeit aus anderen Gründen lag mit 30 Toten (0,046%/Jahr) bei den Frauen, die Östrogen einnahmen, niedriger als in der Placebogruppe (50 Tote, 0,076%/Jahr).

Damit ist in der immer wieder als methodisch wichtigsten WHI-Studie eindeutig bewiesen, dass Östrogene keinen Brustkrebs hervorrufen, ja sogar gegenüber Placebo dagegen noch schützen.

Einen Vortrag zu diesem Thema wird der Autor am Kongress „Menopause – Andropause – Anti-Aging“ halten (www.menopausekongress.at).

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