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Onkologie 28. September 2009

Studie von Goserelin zur Ovarialprotektion - eine Zusammenfassung

Randomisierte Studie von Goserelin zur Ovarialprotektion bei prämenopausalen Hormonrezeptor-negativen Patientinnen während adjuvanter Anthrazyklin +/- Taxan-Therapie (Gerber et al., J Clin Oncol 27; 15 Suppl, 2009; Abstract 526)

Das mediane Alter der 60 eingeschlossenen Patientinnen betrug 35 Jahre. Die regulären Menstruationsraten nach Abschluss der 6 Zyklen Chemotherapie war mit und ohne Goserelin vergleichbar (6,3 Monate versus 7,1 Monate; nicht signifikanter Unterschied). Auch die Östradiolkonzentrationen im Serum waren nach der GnRH-Begleitmedikation nicht höher als in der Vergleichsgruppe. Somit sollte eine GnRH-Gabe parallel zur Chemotherapie nicht außerhalb klinischer Studien erfolgen.

 

Randomisierte Studie einer neoadjuvanten Antihormontherapie versus einer Taxan-haltigen Chemotherapie bei lokal fortgeschrittenem Mammakarzinom (Sinha et al., J Clin Oncol 27; 15 Suppl, 2009; Abstract 608)

3 Monate einer neoadjuvanten Antihormontherapie mit Letrozol waren in einer kleinen randomisierten Studie (n = 40) einer Chemotherapie mit Paclitaxel und Carboplatin) nicht unterlegen. Jeweils 14 % der Patientinnen wiesen eine komplette Remission auf, auch die partiellen Remissionen waren nicht signifikant unterschiedlich (72 % versus 65 %).

 

Adjuvante Phase-III-Studie mit 8 x Taxan nicht schlechter als 4 x AC gefolgt von 4 x Taxan beim Lymphknoten-positiven Mammakarzinom (Watanabe et al., J Clin Oncol 27; 15 Suppl, 2009; Abstract 516)

Anhand einer randomisierten Studie mit 1060 Patientinnen wurde gezeigt, dass 8 x Taxan (Docetaxel- oder Paclitaxel-Monotherapie) der Adriamycin/Cyclophosphamid (AC) > Taxan-Sequenz bezüglich des progressionsfreien Überlebens nicht unterlegen ist. Docetaxel war im Trend effektiver als Paclitaxel. Bei der Subgruppenanalyse der Her-2-negativen Patientinnen zeigte sich neuerlich kein Unterschied zwischen 8 x Taxan und 4 x AC gefolgt von 4 x Taxan. Im Gegensatz dazu zeigte bei den Her-2-positiven Patientinnen die Anthrazyklin-Taxan-Sequenz ein signifikant besseres progressionsfreies Überleben als eine Taxantherapie allein.

 

Neoadjuvante Monotherapie mit Epirubicin Monotherapie: Die Topoisomerase-2 -Alpha-Amplifikation ist prädiktiv für das Ansprechen bei hormonrezeptornegativen Patientinnen (Desmeth et al., J Clin Oncol 27; 15 Suppl, 2009; Abstract 523)

Eine Topoisomerase-2Alpha-Amplifikation wurde bei 11 % aller ER-neg. Patientinnen festgestellt. Sie wurde ausschließlich bei Her-2-positiven Tumoren beobachtet (= 33 % in dieser Subgruppe). 15 % der Patientinnen wiesen eine pathologisch komplette Remission (pCR) auf. TOPO 2A war hochprädiktiv für das Erreichen einer pCR (p = 0,0002).

 

Prädiktoren für das Ansprechen auf eine neoadjuvante Chemotherapie mit TAC (Docetaxel, Doxorubicin und Cyclophosphamid) (Huber et al., J Clin Oncol 27; Suppl 15, 2009; Abstract 524)

Im Rahmen der Gepartrio-Studie der German Breast Group wurden anhand von 2072 Patientinnen folgende unabhängige Prädiktoren für das Erreichen einer kompletten pathologischen Remission identifiziert: Triple-negative Tumoren (Ansprechen bei 41 % der Patientinnen), nicht-lobuläre Histologie und Alter unter 40 Jahren. Das Ansprechen auf eine neoadjuvante Chemotherapie war in der multivariaten Analyse signifikant höher, wenn folgende Faktoren vorlagen: keine T4-Tumoren, Tumorgröße < 4 cm, G3-Differenzierung und negative Hormonrezeptoren.

 

N0-Studie: Prospektive Bestätigung des prognostischen Biomarkers uPA/PAI-1 (Urokinase Plasminogen Aktivator, Plasminogen Activator Inhibitor Typ I) bei Lymphknoten-negativen Patientinnen (Harbeck et al., J Clin Oncol 27; Suppl 15, 2009; Abstract 511)

In einer Studie an 647 Patientinnen wurden Lymphknoten-negative Patientinnen in 2 Gruppen unterteilt: Die erste wies niedrige uPA/PAI-Konzentrationen und ein vermeintlich niedriges Rezidivrisiko auf. Die 2. Gruppe wies erhöhte uPA/PAI-Konzentrationen und ein vermeintlich erhöhtes Rezidivrisiko auf. In letzterer Gruppe wurde randomisiert die adjuvante Chemotherapie CMF mit Observanz verglichen. Die Gruppe 1 (niedriges uPA/PAI) wies nach 10 Jahren eine signifikant niedrigere Rezidivrate (13 %) als die Gruppe 2 auf (23 %; p = 0,011).

 

CMF senkte das Rezidivrisiko in Gruppe 2 um 26 %. Das uPA/PAI-System stellt den ersten prospektiv bestätigten Biomarker zur Selektion einer Chemotherapie bei lymphknotennegativen Patientinnen dar. Für keinen der heute verfügbaren Multigen-Assays existiert eine vergleichbare randomisierte Studie.

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