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Präventionsmaßnahmen und gesunder Lebensstil senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankung deutlich..
 
Innere Medizin 25. November 2013

Immer mehr junge Frauen davon betroffen

Vorzeitige Menopause und PCO erhöhen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden, steigt mit vorzeitiger Menopause und der Diagnose eines Polzystischen Ovarialsyndroms (PCO). Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass immer mehr junge Frauen davon betroffen sind. Im Rahmen einer Pressekonferenz in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien informierte die Initiative Zonta Golden Heart über Risikofaktoren und Warnsignale und zeigte Möglichkeiten auf, durch einen Wandel des Lebensstils das Herz-Kreislauf-Risiko gezielt zu minimieren.

Kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sind die Haupt-Todesursache bei Frauen. Besonders junge Frauen ohne klassische Beschwerdesymptomatik sind sich ihres Risikos kaum bewusst. Prof. Dr. Jeanette Strametz-Juranek, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie an der Medizinischen Universität Wien und Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirates von Zonta Golden Heart, beschrieb die Risikofaktoren: „Junge Frauen sind besonders dann gefährdet, wenn sie an vorzeitiger Menopause, Prä-Eklampsie – erhöhtem Blutdruck und Eiweiß im Urin während der Schwangerschaft – oder dem Polyzystischen Ovarialsyndrom (PCO) leiden.

Weitere Faktoren wie Übergewicht, Schwangerschaftsdiabetes und erhöhte Insulinresistenz erhöhen das Risiko noch zusätzlich.“

Prof. Dr. Christine Kurz, Abteilung für Endokrinologie und Sterilitätsbehandlung der Universitätsklinik für Frauenheilkunde an der Medizinischen Universität Wien, betonte die Zusammenhänge von Lebensstil und Risiko-Erkrankungen: „Das PCO-Syndrom ist eine Stoffwechselstörung. Demnach lautet meine klare Empfehlung zunächst: Bewegung und Gewichtsreduktion! Wir haben unser Leben weit mehr in der Hand, als viele oft glauben wollen.“

Warnsignale ernst nehmen

Dr. Edith Schratzberger-Vécsei, Ärztin für Allgemeinmedizin und Präsidentin der Organisation der Ärztinnen Österreichs, hob die Warnsignale für Herzkreislauferkrankungen in jungen Jahren hervor: „Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen erwerben Frauen teilweise bereits in jungen Jahren. Neben dem Rauchen können vor allem Stress, Burnout und Ängste die Herzgesundheit massiv gefährden.“

Wichtig sei daher eine gute Beziehung zwischen Allgemeinmediziner und Patientin. Unter der Voraussetzung einer guten Gesprächsbasis können Ängste und Stress thematisiert werden und zu Veränderungen des Lebensstils motiviert werden. Das Wissen um geschlechtsspezifische Sprache könne sowohl für Ärztin als auch Patientin dabei hilfreich sein, so Schratzberger-Vécsei.

6 von 10 Todesfällen durch gezielte Prävention vermeidbar

Gezielte Prävention kann sechs von zehn kardiovaskulären Todesfällen verhindern. Neueste Studien belegen insbesondere die Wirksamkeit von regelmäßiger moderater Bewegung, schilderte Strametz-Juranek: „Drei bis fünf Mal pro Woche für mindestens 30 Minuten Bewegung zu machen, kann das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden, massiv verringern. Zusätzlich sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet und der Salzkonsum reduziert werden.“

Weitere Präventionsmaßnahmen, die für jede Frau bereits in jungen Jahren leicht durchführbar sind, sind der Verzicht auf Nikotin sowie der regelmäßige Gang zur Vorsorgeuntersuchung.

Herzschlag als Kriterium moderater Bewegung

Moderates Laufen oder Nordic Walking eigne sich ideal als Präventionsmaßnahme, betonte auch Eva-Maria Kerjaschki, Vereinsobfrau von Zonta Golden Heart: „Es geht nicht darum, sportliche Höchstleistungen zu erbringen. Wer bewusst auf seinen Herzschlag achtet, hat sein ideales Maß für die Bewegung gefunden.“

Zonta Golden Heart veranstaltet daher anlässlich des Welt-Herz-Tages 2014 am 28. September 2014 das erste österreichische Sport-Event, bei dem anstatt der Zeit der Puls gemessen wird. Unter dem Motto „Follow Your Heart“ ist eine große Informationskampagne für weibliches Herzbewusstsein rund um das Sport-Event geplant.

Quelle: Pressekonferenz von Zonta

Golden Heart: Vorzeitige Menopause und PCO erhöhen Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen – immer mehr junge Frauen betroffen,

21. November 2013, Wien

Zonta Golden Heart

Zonta Golden Heart ist die erste österreichweite Informationsinitiative von Frauen für Frauen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der häufigsten Todesursache bei Frauen in Österreich. Die Initiative wurde Mitte 2011 vom Zonta Club Wien-City ins Leben gerufen und wird u.a. von öffentlichen Trägern, medizinischen Fachgesellschaften, öffentlichen Organisationen sowie weiteren Partnern und Unternehmen unterstützt. Ein wissenschaftlicher Beirat führender Experten unter dem Vorsitz der Kardiologin Prof. Dr. Jeanette Strametz-Juranek unterstützt die Initiative inhaltlich. Durch umfangreiche Informationstätigkeiten soll „weibliches“ Herzbewusstsein geschaffen und Frauen geholfen werden, ihr persönliches Herz-Kreislauf-Risiko zu bestimmen und zu reduzieren.

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