zur Navigation zum Inhalt
 
Diabetologie 23. Oktober 2013

Stöger präsentiert Österreichischen Diabetesbericht 2013

Der Gesundheitsminister warnt davor, die Krankheit zu unterschätzen.

Diabetes gehört zu den am weitesten verbreiteten Zivilisationskrankheiten unserer Gesellschaft. Die Anzahl der Betroffenen wird weltweit auf rund 366 Millionen geschätzt, 53 Millionen alleine in Europa. In Österreich stehen derzeit ca. 430.f000 Menschen in Behandlung, wobei man zusätzlich von bis zu 215.000 noch nicht diagnostizierten Fällen ausgeht. Der nun vom Bundesministerium für Gesundheit veröffentlichte Diabetesbericht 2013 liefert im Vorfeld des Weltdiabetestags am 14. November eine aktuelle bundesweite Gesamteinschätzung der Diabetes-Situation in Österreich.



Für Gesundheitsminister Alois Stöger gehört Diabetes zu den großen gesundheitspolitischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Er warnt davor, die Krankheit zu unterschätzen: "Diabetes tut nicht weh. Die ersten Symptome werden oft ignoriert und viele Menschen erfahren von ihrer Krankheit erst, wenn eine der Folgeerkrankungen, etwa Herzinfarkt oder Schlaganfall, eingetreten ist. Diabetes ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die in unserer Gesellschaft zu wenig ernst genommen wird." Dementsprechend hoch sind seine Erwartungen in den Diabetesbericht: "Ich sehe die Notwendigkeit des Berichts vor allem in einer zusätzlichen Schärfung des Problembewusstseins und einer Verbesserung der Diabetes-Prävention. Zusätzlich liefert uns der Bericht wichtige Entscheidungshilfen zur Strategieentwicklung und zeigt uns Verbesserungspotenziale in der Versorgung auf."

Bedeutung des Lebensstils

Während "Diabetes mellitus Typ 1" zumeist erblich bedingt ist, oder durch Erkrankung bzw. Verlust der Bauchspeicheldrüse verursacht wird, spielen bei "Diabetes mellitus Typ 2" besonders die eigenen Lebensgewohnheiten eine große Rolle. Diese Diabetes-Erkrankung, wäre oftmals vermeidbar. Als Hauptursachen gelten fettreiche Ernährung, ein Mangel an Bewegung sowie Stress und Rauchen. "Ein vernünftiger Lebensstil mit bewusster Ernährung und regelmäßiger Bewegung ist der erste Schritt zur Erhaltung der eigenen Gesundheit", ist Minister Stöger überzeugt. Mit dem Nationalen Aktionsplan Ernährung setzt der Gesundheitsminister daher mit zahlreichen österreichweiten Maßnahmen und Initiativen bei einer gezielten Prävention durch gesunde Ernährung für alle Altersgruppen an.

Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten Beratungsthemen bei über 65-jährigen Patientinnen und Patienten einer Hausarztpraxis. Derzeit gibt es 95 Diabetes-Ambulanzen für Erwachsene und 36 Einrichtungen speziell für Kinder und Jugendliche. Die Betreuung und Begleitung der PatientInnen erfolgt dabei zumeist den Empfehlungen eines vom Bundesministerium ausgearbeiteten "Disease Management Programms". Das Ziel des aktuellen Programms "Thearpie Aktiv", das bereits in sechs der neun Bundesländer angeboten wird, ist die Verbesserung der Qualität der Betreuung und des Behandlungsablaufes sowie die Verminderung der vorzeitigen Sterblichkeit und von diabetesbezogenen Folgeerkrankungen. Zudem soll durch das Programm die Lebensqualität der teilnehmenden DiabetikerInnen verbessert werden.

Chronische Krankheit Diabetes

Denn Diabetes ist eine lebensbegleitende Krankheit. Betroffene sind ab dem Zeitpunkt der Diagnose gezwungen, ihr Leben und viele ihrer Gewohnheiten umzustellen. Gesundheitsförderliche Ernährung, regelmäßige Bewegung und die ständige Kontrolle des eigenen Körpers erfordern dann ein hohes Maß an Gesundheitsbewusstsein und Disziplin. Ein Bewusstsein, dass sich Gesundheitsminister Stöger auch als Prävention bei gesunden Menschen wünschen würde: "Es muss nicht das teure Fitness-Center sein, zeit- und kostensparende Möglichkeiten gibt es im Alltag genug. Schon Kleinigkeiten wie der Verzicht auf Lifte, Rolltreppen oder für kurze Strecken auf das Auto, ein täglicher Spaziergang sowie das Ersetzen süßer Getränke durch Wasser und Tee haben bereits große Auswirkungen auf unseren Körper."

Der Bericht steht auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit zum Download zur Verfügung.

PA BmfG/IS, springermedizin.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben