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© Fraunhofer IIS
Bei Bedarf verwandelt sich der Sessel in ein Fitnessgerät.
 
Allgemeinmedizin 25. Februar 2013

Sessel als Fitnesstrainer

Fernsehen einmal anders.

Ein Fernsehsessel holt das Fitness-Studio nach Hause.

Wir werden nicht nur immer älter, wir sind im Alter auch immer mehr auf uns allein gestellt. Forscher arbeiten deshalb schon heute an Technologien, die uns später im Alltag unterstützen sollen. Eine davon stellt das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) aus Erlangen vom 5. bis 9. März 2013 auf der Messe CeBIT in Hannover vor (Halle 9, Stand E08): Einen intelligenten Sessel, in dem man nicht nur gemütlich vor dem Fernseher lümmeln kann, sondern der gleichzeitig dazu motiviert, sich gesund und fit zu halten.

Körperfunktionen erscheinen auf dem Bildschirm

Von außen betrachtet sieht GEWOS wie ein handelsüblicher Sessel aus. Auch beim Sitzen spürt man keinen Unterschied. Doch der erste Eindruck täuscht. Ein Blick ins Innere offenbart Sensoren, Platinen und Drähte. Eingebaut in Sitzkissen, Rücken- und Armlehne misst die eingebaute Mikrosystemtechnik kontinuierlich den Gesundheitszustand der sitzenden Person. „GEWOS ermittelt die wichtigsten Körperfunktionen und die korrekte Sitzposition. Weichen die Werte von den Vorgaben ab, zeigt das System dem Nutzer, wie er seine Ausdauer trainieren oder gesünder sitzen kann“, erklärt Sven Feilner von der Abteilung Bildverarbeitung und Medizintechnik am IIS.

Kommando zum Rudern

Via Bluetooth und WLAN landen die Daten über einen im Sessel integrierten Tablet-PC auf dem Fernseher. „Der Nutzer sieht hier auf einen Blick, wie sich Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung des Bluts, Blutdruck oder Körpergewicht in einem bestimmten Zeitraum entwickeln. Mithilfe der aufgezeichneten Daten erstellt ein virtueller Gesundheitsassistent angepasste Trainingspläne“, beschreibt Feilner.

Bewegen sich die Werte nicht innerhalb eines vorgegebenen Bereichs, empfiehlt der Gesundheitsassistent beispielsweise mehr Bewegung. Der Sessel verwandelt sich dann in eine Rudermaschine. Die Armlehnen werden zu Rudern und unten klappt eine Stütze für die Füße aus. Auch während der Übungen zeichnen die Sensoren alle Messwerte auf und der Gesundheitsassistent zeigt an, wenn Übungen nicht richtig ausgeführt werden.

Eine erste Bewährungsprobe hat GEWOS bereits bestanden. Auf dem AAL-Kongress (Ambient Assisted Living) wählten Senioren das System unter 14 verschiedenen Assistenzprodukten auf den ersten Platz. „Wir sind zuversichtlich, dass wir den Sessel in absehbarer Zeit auf den Markt bringen können“, so Feilner.

Um die Möglichkeiten des Systems weiter auszubauen, wollen die Wissenschaftler aus Erlangen den Spieltrieb des Menschen nutzen. Die Senioren sollen nicht nur beim Rudern gegen imaginäre Konkurrenten antreten können, sondern auch durch Gedächtnisspiele zum Mitmachen angeregt werden, z. B. indem sie sich einzelne Segmente des Sessels merken und diese im Anschluss mit der entsprechenden Körperpartie belasten müssen.

Auf der CeBIT können Besucher des Fraunhofer-Standes den Sessel live testen.

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