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© DVR / dpa
Es ist zwar nicht finster, so gut wie blind werden unbehandelte Patienten dennoch: Die AMD vernebelt, wohin auch das Auge blickt. Ob beim Autofahren, beim Fernsehen oder Lesen. Der regelmäßige Check beim Augenarzt hilft, das Augenlicht zu erhalten.
 
Augenheilkunde 7. Oktober 2013

Gut sehen – ein Leben lang

Glaukom, Diabetes, AMD: Der jährliche fachärztliche Augencheck kann Erblindung vermeiden.

Trotz aller Fortschritte in der Augenheilkunde und modernen medizinischen Techniken erblinden auch in Österreich noch immer Patienten an ihrer Augenerkrankung, oft, weil sie einfach zu spät zum Augenarzt kommen. Bereits zum vierten Mal organisiert die renommierte Wiener Ophthalmologin, Prof. Dr. Susanne Binder den Augentag im Wiener Rathaus, um die Bevölkerung – aber auch die nicht-augenärztliche Kollegenschaft im Rahmen einer Fachtagung – über Augenlicht bedrohende Erkrankungen, Früherkennung und Therapien, zu informieren.

Wichtige Augenerkrankungen, die unbedingt einer frühzeitigen Diagnose bedürfen, sind die diabetischen Augenveränderungen (diabetische Retinopathie), der Grüne Star (Glaukom) und die altersbedingte Netzhautverkalkung (AMD), sagt Prof. Dr. Michael Radda, Präsident der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG). Heimtückisch ist, dass sie anfangs oft keine Schmerzen oder Symptome verursachen und erst im fortgeschrittenen Stadium das Sehvermögen bis hin zur Blindheit beeinträchtigen. Prof. Susanne Binder bekräftigt anlässlich des Wiener Augentages die Forderung, dass die intravitreale Medikamentenapplikation als Leistung auch im niedergelassenen Bereich mit entsprechenden Kassenverträgen ermöglicht werden soll.

Diabetes-Komplikation im Auge

Die diabetische Retinopathie kann mittels Laserbehandlung oder Medikamentenapplikationen in den Glaskörper behandelt werden. Zur Anwendung kommen Substanzen, die die Neubildung von Gefäßen verhindern, sogenannte Anti-VEGF-Medikamente und entzündungshemmende Substanzen. Die wichtigsten Anti-VEGF-Medikamente sind Avastin (Bevacizumab), Lucentis (Ranibizumab) und Eylea (Aflibercept). Gefäßneubildungen können zur Glaskörperblutung führen, eine mikrochirurgische Entfernung des Glaskörpers (Vitrektomie) ist die dann nötige Behandlung. Durch die modernen Therapiemöglichkeiten haben Menschen mit Diabetes-Erkrankungen heute ausgezeichnete Chancen, bis ins hohe Alter gut zu sehen, betont Radda.

Erblindungsursache Glaukom

Was in westlichen Industrienationen mit ein bis zwei Prozent der Gesamtbevölkerung als altersbedingte und – wenn rechtzeitig erkannt – gut behandelbare Krankheit gilt, ist in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara (SSA) ein gravierendes Problem. Dr. Karl Rigal, der sich für die Fachorganisation „Licht für die Welt“ engagiert, die in 148 nachhaltigen Hilfsprojekten in Afrika, Asien, Lateinamerika sowie Südosteuropa für sehbehinderte Menschen einsetzt, erzählt, dass in der SSA-Region wegen der ungenügenden augenärztlichen Grundversorgung, bei der im Durchschnitt ein Augenarzt auf eine Million Einwohner kommt, jeder zweite Glaukompatient bei der Erstdiagnose bereits schwerst sehbehindert oder an einem Auge erblindet ist. Während es sich bei der Katarakt um eine durch eine Operation heilbare Erblindung handelt, ist Glaukom-Blindheit nicht heilbar. Es gilt deshalb, durch eine rechtzeitige Erkennung der Erkrankung und deren Behandlung eine Erblindung zu verhindern.

Wiederaufbau der Forschung

Aufhorchen lässt der ehemalige Gesundheits- und Finanzstadtrat in Wien und ehemaliges Vorstandsmitglied der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, Dr. Sepp Rieder: „Ich befürworte einen intensiven Wiederaufbau der klinischen Forschung an den Abteilungen der Spitäler der Stadt Wien, weil sich die Boltzmanngesellschaft heute vor allem auf Großinstitute konzentriert und sich aus der Förderung kleinerer und kleinster Forschungsinstitute in den Spitälern zurückgezogen hat.“

Quelle: Pressegespräch anlässlich des 4. Wiener Augentages, der am 4. Oktober 2013 im Wiener Rathaus stattfand.

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