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Patienten mit Psoriasis leiden stark unter ihrer Erkrankung. .com
 
Dermatologie 13. März 2013

Das Leben der Psoriasis-Patienten

In einer Online-Umfrage klagen Betroffene über Verharmlosung und unzureichende Behandlung sowie den Zeitaufwand für das Management ihrer Erkrankung.

Rund 300.000 Österreicher leiden unter der chronischen Hautkrankheit Psoriasis. Der tägliche Umgang mit dieser Krankheit fordert seinen Tribut, sodass die Patienten beträchtliche Einbußen an Lebensqualität in Kauf nehmen müssen. Aber ihr Leid geht weit über das körperliche Unwohlsein hinaus. Das ergab die Online-Umfrage „Psoriasis verstehen“ von Janssen, an der Ende des Vorjahres 295 österreichische Patienten (und in Summe mehr als 470 in Österreich und der Schweiz) teilnahmen.

Die Umfrage, die von September bis Mitte Oktober 2012 in Österreich und der Schweiz online durchgeführt wurde, zeigt auf, dass das Alltagsleben von Psoriasis-Patienten durch ihre Krankheit in vielfältiger Weise beeinflusst wird. 42 Prozent der Patienten geben an, dass die Psoriasis sie beruflich wie privat stark beeinträchtigt. 46 Prozent sagen, dass die Krankheit sich auch auf ihre Stimmung sehr negativ auswirkt. Dass mit der Erkrankung Psoriasis auch eine soziale Beeinträchtigung einhergeht, zeigen folgende Ergebnisse: 38 Prozent leiden stark darunter, wie ihr Umfeld auf die Krankheit reagiert. Auch bei ihren Ärzten haben die Befragten das Gefühl, das sie der Psoriasis nicht ausreichend Gewicht beimessen: So wünschen sich 47 Prozent der Betroffenen, dass ihr Arzt die negativen Auswirkungen der Psoriasis auf ihr Leben besser nachvollziehen kann und sogar 52 Prozent geben an, dass die Krankheit von den Ärzten als nicht schwerwiegend genug wahrgenommen wird.

Eingeschränkte Lebensqualität

53 Prozent der Befragten beklagen, dass die Behandlung der Krankheit sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Am stärksten gilt das für Menschen mit schwerer Psoriasis: Während der Durchschnittspatient rund 4,5 Stunden pro Woche mit Behandlungen verbringt (234 Stunden pro Jahr), geben Patienten mit schwerer Psoriasis an, sogar rund 6,5 Stunden pro Woche (338 Stunden pro Jahr) in Behandlungen investieren zu müssen. Eine Zeit, die sie lieber mit Freizeitvergnügen oder mit Freunden und Familie verbringen würden.

„Man hat keine richtige Lebensqualität – was für andere Menschen normal ist, wird ein täglicher Hürdenlauf – Arbeiten, Sport, Freizeit, alles ist belastend“, so beschreibt der Psoriasis-Patient Andreas Tromayer den Alltag eines Betroffenen. Auch in der Umfrage sagen 55 Prozent aller Patienten, die Behandlung mache den Alltag beschwerlich, und 48 Prozent beklagen, dass sie täglich an ihre Behandlungen denken müssen.

Neben körperlichen Symptomen der Psoriasis (Schmerzen, Brennen, Jucken etc.) und dem beträchtlichen Zeitaufwand für das „Management“ der Krankheit ist die Lebensqualität der Patienten mit einer schweren Psoriasis auch durch Empfindungen wie Angst, Scham etc. stärker betroffen. Ein Grund dafür ist, dass Patienten mit einer Psoriasis, die nicht optimal behandelt wird, auffällige äußerliche Symptommerkmale wie rote entzündete Plaques und Schuppen aufweisen.

Eine Krankheit, die unter die Haut geht

Den meisten Patienten ist nicht bewusst, dass Psoriasis im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht – also eine Erkrankung ist, die von einer Entzündung unter der Haut hervorgerufen wird. Die Ursache liegt in der Störung des körpereigenen Immunsystems. „Die Schuppenflechte wird primär als Hautkrankheit wahrgenommen, die die Lebensqualität der Betroffenen wesentlich beeinträchtigen kann. Schuppenflechte geht aber im wahrsten Sinne unter die Haut. Nicht selten bestehen Entzündungen der Gelenke und manchmal auch innerer Organe“, so Prof. Dr. Georg Stingl von der Universitätsklinik für Dermatologie der Medizinischen Universität Wien. „Glücklicherweise verfügen wir heute über Medikamente, die bei guter Verträglichkeit diese entzündlichen Prozesse wirksam eindämmen können“.

„Je nach Schwere der Krankheit kommen unterschiedliche Therapieansätze zum Tragen, von lokal angewandten Mitteln über Lichttherapie bis hin zu systemischen Therapien – einschließlich sogenannte Biologika“, beschreibt Prof. Dr. Wolfgang Salmhofer von der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie in Graz das Behandlungsspektrum. „Insbesondere diese letztgenannten Medikamente, die regulierend in den Krankheitsprozess eingreifen, haben in den letzten Jahren einen entscheidenden Fortschritt in der Behandlung der Schuppenflechte gebracht – auch schwere Verlaufsformen der Krankheit können so weitgehend gebessert, nicht selten die Krankheitsherde sogar vollständig zur Abheilung gebracht werden.“

Weitere Informationen: www.unterdeinerhaut.at

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