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Innere Medizin 29. Mai 2012

Ist der soziale Status ein Mediator der subjektiven Gesundheit, dem Gesundheitsverhalten und der Lebensqualität bei Adipositas?

Die Prävalenz der Adipositas nimmt weltweit zu und ist mit einem hohen Gesundheitsrisiko verbunden. Personen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status (SES) weisen ein schlechteres Gesundheitsverhalten, ungünstige psychologische Faktoren und eine schlechtere subjektive Gesundheit auf. Daher war das Ziel dieser Untersuchung, Unterschiede zwischen adipösen Personen mit einem hohen vs. niedrigen SES zu analysieren.

Methoden
Zur Prüfung der Fragestellung wurden die Daten der österreichischen Gesundheitsbefragung 2006/2007 analysiert. Unterschiede im Hinblick auf die subjektive Gesundheit, die Lebensqualität (in den Bereichen physische und psychische Gesundheit, Umgebungsfaktoren und soziale Beziehungen), sowie das Gesundheitsverhalten (Rauchen, Alkoholkonsum, Ess- und Bewegungsverhalten) von 760 adipösen Personen mit einem niedrigen SES und 851 mit einem hohen SES wurden geschlechtsstratifiziert und alterskorrigiert untersucht.

Ergebnisse
Adipöse Personen mit einem niedrigen SES unterscheiden sich signifikant von jenen mit einem hohen SES hinsichtlich der subjektiven Gesundheit, der Lebensqualität und der Intensität des Bewegungsverhaltens. Weiters wurden Unterschiede in Abhängigkeit vom SES bei adipösen Frauen in Bezug auf ihr Rauchverhalten, ihren Alkoholkonsum und die Häufigkeit ihres Bewegungsverhaltens, festgestellt.

Schlussfolgerung
Der sozioökonomische Status hat einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten bei Adipositas und diese Tatsache sollte in der primärmedizinischen Versorgung berücksichtigt werden. Weiters sind Gesundheitsprogramme, speziell für adipöse Personen mit niedrigem SES, dringend erforderlich.

Nathalie T. Burkert, Wolfgang Freidl, Johanna Muckenhuber, Willibald J. Stronegger, Éva Rásky, Wiener klinische Wochenschrift 7/8/2012

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