zur Navigation zum Inhalt
© Franz Pfluegl / fotolia.com
 
Nephrologie 16. Mai 2013

Serummarker in der Nierendiagnostik variieren kaum

Die Messergebnisse für Cystatin C, Kreatinin und Beta-2-Mikroglobulin im Serum zeigen bei ein und demselben Patienten nur geringe Varianz, wenn sie im Abstand von wenigen Wochen bestimmt werden. Albumin- und Kreatininwerte im Urin zeigen dagegen große Schwankungen.

Wenn in der Nierendiagnostik Filtrationsparameter in relativ kurzem Abstand zweimal bestimmt werden, schwanken die Werte bei ein und demselben Patienten in unterschiedlichem Ausmaße. Um den Grad der intraindividuellen Variabilität quantitativ zu erfassen, werteten Epidemiologen Daten von knapp 800 Serum- und fast 1.300 Urinmesswerten aus und berechneten für standardmäßige sowie seltener gemessene Nierenfunktionsparameter die intraindividuelle Variabilität CVw, in der die biologischen Schwankungen sowie die analytische Variabilität berücksichtigt sind. Der Abstand zwischen den Tests betrug ungefähr 18 Tage.

Die geringste Variabilität wurde für den Cystatin-C-Spiegel im Serum errechnet, und zwar mit einem Wert von 6,8 Prozent. Ähnlich niedrig waren die Werte für das Serumkreatinin (7,6%) und das Serum-Beta-2-Mikroglobulin (8,4%). Noch etwas höher lag der Wert für das Beta-Trace-Protein (11,6%).

Wie erwartet, hatten die Messwerte für Albumin und Kreatinin im Urin die größte intraindividuelle Variabilität mit einem CVw von jeweils über 30 Prozent. Deutlich niedriger waren die Schwankungen dagegen, wenn der Albumin/Kreatinin-Quotient gebildet wurde. Dann lag der Wert für die Variabilität nur bei 11,3 Prozent. Ein Grund für die Wissenschaftler, in der Diagnostik die Berechnung des Quotienten sowie mehrfache Tests in relativ kurzem Abstand zu empfehlen.

Selvin E et al.: Am J Kidney Dis 2013; 61 (5): 716–22

springermedizin.de/ple, Ärzte Woche 20/2013

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben