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© Lebens.Med Zentrum Bad Erlach/Werner Harrer
 
Onkologie 11. Mai 2016

Krebs: Das Leben im Fokus

Interview Beste Gesundheit-Betriebe

Aufgrund der Fortschritte der modernen Medizin kann Krebs immer öfter geheilt oder zu einer chronischen Erkrankung gemacht werden. Die onkologische Rehabilitation leistet dazu einen großen Beitrag und hilft dabei, mit den körperlichen, seelischen und sozialen Folgen dieser Situation umzugehen, berichtet Prof. Dr. Alexander Gaiger, Ärztlicher Leiter der Onkologischen Rehabilitation vom Lebens.Med Zentrum Bad Erlach.

Wird Krebs immer mehr zu einer chronischen Erkrankung?

Gaiger:In Österreich erkranken jährlich rund 37.000 Menschen neu an Krebs. Aufgrund der Fortschritte der medizinischen Forschung, vor allem durch die verbesserte Früherkennung und die wirksamen Behandlungsformen, geht man derzeit davon aus, dass mehr als die Hälfte der Patienten entweder geheilt wird oder die Krebserkrankung einen chronischen Verlauf nimmt.

Was bedeutet das?

Gaiger:Wir Menschen haben in unserer Entwicklung ausgezeichnete Anlagen für die Bewältigung akuter Probleme entwickeln können, nicht aber für chronische. Wir können in akuten Krisensituationen handlungsfähig bleiben, können wichtige Aspekte von chronischen Krankheiten aber nicht richtig einschätzen. Wir müssen uns damit auseinandersetzen, wie sich etwa ein Leben mit einer solchen chronischen Erkrankung auf uns, unser Umfeld und unser Denken und Handeln auswirkt.

Welchen Beitrag kann dabei die onkologische Rehabilitation leisten?

Gaiger:In der Akut-Klinik ist wenig Zeit, um die vielen Aspekte der Krebserkrankung, ihre Behandlungskonzepte, Folgen und Nebenwirkungen der Behandlung verstehbar oder begreifbar zu machen, hier kann die onkologische Rehabilitation ansetzen: Das Hauptziel liegt in der Unterstützung der Erfolge der primären Tumortherapie und der Reduktion der Symptome, die durch die Erkrankung und ihre Behandlung entstanden sind. Neue wissenschaftliche Studien weisen auf eine direkte Anti-Tumorwirkung der medizinischen Trainingstherapie hin. Es wird versucht, die private und berufliche Leistungsfähigkeit wieder herzustellen bzw. zu fördern.

Wie kann man sich den praktischen Ablauf dieser Rehabilitation vorstellen?

Gaiger: Zu Beginn definieren wir gemeinsam mit den Patienten die Behandlungsziele. Die darauf aufbauenden Schwerpunkte werden von einem multiprofessionellen Team umgesetzt und beinhalten die medizinische Trainingstherapie/Sport, Sensomotorik und Psychoonkologie. Bei der individuellen Zusammenstellung des Rehabilitationsprogrammes werden genderspezifische Unterschiede in der Sexualmedizin und Trainingstherapie berücksichtigt. Diese ist etwa bei Prostata- oder Brustkrebs von Bedeutung, da hier Zeit für eine umfassende sexualmedizinische und Kontinenz-Beratung eingeplant wird. Körperliches Training ist ein ideales Arzneimittel: Es hilft gegen Beschwerden, beugt diesen auch vor, hat keine Nebenwirkungen und kostet wenig.

Welche Effekte können mit der onkologischen Rehabilitation erzielt werden?

Gaiger: Onkologische Rehabilitation ist ein hochwirksames Verfahren, das zu einer Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Reduktion der häufig beobachteten Symptome wie leichte Ermüdbarkeit („Fatigue“), Schmerzen und Traurigkeit führt. Zudem wird Unterstützung in der Krankheitsbewältigung, im Umgang mit dem veränderten Körperbild und dem sozialen Umfeld geboten. Neueste Studien zeigen, dass medizinische Trainingstherapie und Sport die Wirksamkeit der Tumortherapie unterstützen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine onkologische Rehabilitation?

Gaiger: Voraussetzung für eine onkologische Rehabilitation ist der Abschluss der primären Krebsbehandlung. Es können aber auch Betroffene, bei denen die Therapie schon länger zurückliegt, von einer Rehabilitation profitieren. Wichtig ist, dass der Patient an den Behandlungen teilnehmen kann.

Wie kann ein Antrag auf onkologische Rehabilitation gestellt werden?

Gaiger: Der behandelnde Facharzt und/oder Hausarzt klärt die medizinische Notwendigkeit einer Rehabilitation ab. Gemeinsam mit dem Patienten wird dann ein Antrag auf Rehabilitation (www. pensionsversicherung.at) gestellt, als Indikation ist unter „Sonstiges“ Onkologische Rehabilitation einzutragen. Unter „Ort“ kann die gewünschte Vertragseinrichtung genannt werden. Das Ansuchen wird anschließend dem zuständigen Versicherungsträger übermittelt.

Das Gespräch führte Dr. Lydia Unger-Hunt

Lebens.Med Zentrum Bad Erlach

Im ersten onkologischen Rehabilitationszentrum Niederösterreichs werden, nur wenige Kilometer von Wiener Neustadt entfernt, Menschen betreut, die ihre primäre Krebsbehandlung abgeschlossen haben und ihren allgemeinen Gesundheitszustand verbessern wollen. Das Behandlungskonzept im Lebens.Med Rehabilitationszentrumsetzt gleichermaßen auf die körperliche, psychische und soziale Rehabilitation, um den Wiedereinstieg in den privaten und beruflichen Alltag zu erleichtern.

Weitere Informationen:

Beste-Gesundheit Platz 1,

2822 Bad Erlach

Tel:+43 (0) 2627/81300-0

www.lebensmed-baderlach.at

Vertragspartner der Österreichischen

Sozialversicherung

Ankündigung

2. LEBENS.MEDizinischer Kongress

„Die chronische Krebserkrankung – Frau und Mann im Fokus“

10. Juni 2016 im Lebens.Med Bad Erlach

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