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Onkologie 6. Oktober 2014

Phänomen Krebszelle

Wenn man Tumorzellen auf einen harten Untergrund setzt, vermehren sie sich noch schneller.

Krebszellen metastieren umso aggressiver, je härter ihr Untergrund ist. Sie können sich versteifen oder weicher werden. Dies berichtete Prof. Dr. Josef A. Käs, Biophysiker an der Universität Leipzig, im Rahmen der Konferenz „Physics of Cancer“ Anfang Oktober in Leipzig. Mit seinem Team hat Käs herausgefunden, dass sich genetisch völlig identische Krebszellen in einem engen Netzwerk sehr unterschiedlich bewegen. „Es gibt weichere Zellen, die durchkommen, und Zellen, die das nicht schaffen. Sie scheinen in der Lage zu sein, sich weich zu machen oder auch nicht. Krebszellen können diesen Schalter besonders schnell umlegen“, erläutert Käs. Die bahnbrechende Erkenntnis: Für die zelluläre Signalverarbeitung sind nicht wie noch vor einigen Jahren angenommen wurde – die Gene verantwortlich, sondern biomechanische Prozesse. „Das ist gänzlich überraschend und macht die Bekämpfung des Krebses eher noch schwieriger“, schätzt Käs ein.

Die Konferenz „Physics of Cancer“ fand mittlerweile zum fünften Mal in Leipzig statt. Biologen, Physiker und Mediziner aus aller Welt trafen sich, um sich über ihre Forschungen zur physikalischen Onkologie auszutauschen. Die Erforschung der biomechanischen Eigenschaften von Krebszellen gewinnt im Kampf gegen diese Krankheit eine wachsende Bedeutung.

Universität Leipzig, Ärzte Woche 41/2014

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