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Nephrologie 23. Juni 2014

Mehr Cholesterin für Nierenkrebs-Patienten

Vielen Menschen wird geraten, ihren Cholesterinspiegel niedrig zu halten, um die Gefahr für Herz-Kreislauferkrankungen zu senken. Ganz anders sieht es bei Patienten mit Nierenkrebs aus: Ein höherer Cholesterinwert führt bei dieser Gruppe zu einer höheren Lebenserwartung.

Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie der Wiener Universitätsklinik für Urologie ( de Martino M et al.: BJUI 2014 ). „Einen höheren Cholesterinspiegel zu halten, wäre hier wünschenswert. Niedriges Cholesterin ist für diese Patienten ein schlechtes Zeichen“, sagt Tobias Klatte. Der Nierentumor frisst nämlich das Cholesterin auf, ernährt sich damit und wächst immer weiter. Dadurch lässt sich der niedrige Wert erklären. Klatte: „Ziel ist es somit, diese Versorgung dauerhaft zu unterbinden. Damit könnten wir den Tumor aushungern.“

In der retrospektiven Studie wurde damit erstmals nachgewiesen, dass Cholesterin als Biomarker bei Nierenkrebs fungieren kann. „Und dabei handelt es sich erfreulicherweise um einen bekannten Routinemarker“, so Klatte. Grundsätzlich bedeutet diese Entdeckung aber nicht, dass man künftig den Cholesterinwert künstlich anheben sollte, es geht vielmehr darum, Wege zu finden, den Tumor vom Cholesterin und damit von den Blutfetten auszuhungern und ihn damit möglicherweise zu stoppen.

MedUni Wien, Ärzte Woche 26/2014

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