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Dr. Thomas Sturmberger, KH der Elisabethinen Linz
 
Kardiologie 28. Mai 2014

MitraClip - eine Single-Center-Studie

Im Rahmen von MitraClip-Implantationenbei Patienten mit schwerer Mitralinsuffizienz und Linksventrikeldysfunktion kann die Klinik gebessert werden, ohne nachweisbaren Einfluss auf linksventrikuläre Parameter.

Eine chronische, schwere Mitralinsuffizienz führt aufgrund der Volumenbelastung zu strukturellen kardialen Veränderungen mit Dilatation des linken Ventrikels und des linken Vorhofs, sowie zu einer Abnahme der Linksventrikelkontraktilität.

Die konventionelle Mitralklappenrekonstruktion ist die Methode der ersten Wahl bei Patienten mit symptomatischer, schwerer Mitralinsuffizienz oder bei asymptomatischen Patienten mit endsystolischem Linksventrikeldiameter von über 45 mm. Aufgrund diverser Komorbidtiäten, insbesonders bei eingeschränkter Linksventrikelfunktion, wird bei einem erheblichen Anteil der Patienten keine Operation durchgeführt. Der perkutane Klappenrepair mittels MitraClip-System stellt für diese Patienten eine Alternative zur Operation dar.

Wir berichten über klinische Effizienz und echokardiografische Veränderungen bei Patienten mit schwerer Mitralinsuffizienz und chronischer Herzinsuffizienz 6 und 12 Monate nach MitraClip-Implantation.

Methoden und Ergebnisse

Wir schlossen Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (LVEF ≤ 35%) und schwerer Mitralinsuffizienz (MR ≥3), welche kardiochirurgisch abgelehnt wurden, ein. Eine transthorakale Echokardiografie erfolgte vor dem Eingriff sowie 6 und 12 Monate nach der Implantation. Unterschiede im 6 Minuten Gehtest (6 MWT), NT-pro BNP und NYHA-Klasse wurden dokumentiert. Echokardiografisch wurden LV- enddiastolisches und -systolisches Volumen, LVEF, LA-Index und systolischer Pulmonalarterieller Druck (sPAP) ermittelt. An 29 Patienten wurde eine MitraClip-Implantation durchgeführt. 25 Patienten (86,2%) hatten eine funktionelle Mitralinsuffizienz und 4 Patienten (13,8%) hatten eine gemischte Genese.

Nach 6 und 12 Monaten konnte bei 21 (96,6%) bzw. 17 (85%) Patienten eine Mitralinsuffizienz Grad ≤ 2 nachgewiesen werden. Weder die LVEF (von 26,2 ± 6,4% vor Implantation zu 26,9 ± 9,4 nach 6 Monaten und 27,6 ± 9,8% nach 12 Monaten) noch das LV-enddiastolische Volumen (von 264,4 ± 81,1 ml zu 246,0 ± 62,5 ml bzw. 260,4 ± 79,1 ml) änderten sich signifikant. Eine Reduktion des LA-Index ( von 97,9 ± 32,9 ml/m2 zu 75,3 ± 20,9 ml/m2 bzw. 79 ± 22,5 ml/m2 ) und des sPAP (von 60,8 ± 18,8 mmHg zu 48,0 ± 12,2 mmHg bzw. 49,8 ± 12,1 mmHg) konnte objektiviert werden. 6-MWT und NYHA Klasse konnten signifikant gebessert werden. Mittels Kansas City Cardiomyopathy Questionaire Score (KCCQ) konnte eine Besserung der Lebensqualität nach MitraClip-Implantation dokumentiert werden. Nach 6 Monaten war eine signifikante Senkung der NT-pro BNP Spiegel aufzuzeigen. Nach 12 Monaten war dieser Effekt nicht mehr nachweisbar.

Zusammenfassung

Der perkutane edge-to-edge Mitralklappenrepair mit dem MitraClip-System bei chirurgischen Hochrisikopatienten mit schwerer Mitralinsuffizienz und eingeschränkter LVEF ist eine sichere Methode und führt zu einer signifikanten Reduktion des Insuffizienz-Schweregrades. Darüber hinaus kann eine Verbesserung des funktionellen Status nach 12 Monaten erzielt werden.

Obwohl in unserer Patientengruppe kein reverses Remodelling des linken Ventrikels zu dokumentieren war, konnte eine Reduktion des Pulmonalarteriellen Drucks und des LA-Index verzeichnet werden.

 

Die Ergebnisse präsentiert Dr. Thomas

Sturmberger am Donnerstag, den 29. Mai, um

14:45 - 16.15 im Papageno-Saal

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