zur Navigation zum Inhalt
Dr. Philipp Hörmann, MedUni Innsbruck
 
Kardiologie 28. Mai 2014

Therapie bei virusnegativer inflammatorischer CMP

Rezente Ergebnissezeigen, dass Patienten mit virusnegativer inflammatorischer Kardiomyopathie (CMP) von einer immunsuppressiven Therapie profitieren. Doch welche Behandelten haben den größten Benefit?

Das Ziel unserer Single Center Studie war die Identifizierung potenzieller Prädiktoren eines positiven Therapieresponse vor Therapiebeginn.

Methoden

Zwischen 2002 - 2013 wurde bei 93 Patienten per Endomyokardbiopsie (EMB) die Diagnose einer virusnegativen inflammatorischen CMP gestellt. Bei 79 Patienten wurde eine immunsuppressive Therapie (Cortison plus Azathioprin) - zusätzlich zur neurohumoralen Therapie - begonnen.Sechs Monate nach Therapiebeginn erfolgte eine Kontroll-EMB incl. hämodynamischer Untersuchung. Ein klinisch relevanter Therapieerfolg (=Responder) wurde als Verbesserung um zumindest eine NYHA Klasse bzw. Verbleib in NYHA Stadium I und Reduktion des NT-proBNP Serumspiegels um ≥30% definiert.

Ergebnisse

Aktuell liegt bei 61 Patienten (Alter: 46±11.3, Frauen: 34%, mediane Erkrankungsdauer: 3 Monate [0.25-42]) ein Follow-up über 6 Monate vor.

Nach 6-monatiger Therapie zeigte sich eine deutliche Verbesserung von NYHA-Klasse (I/II 59%, III/IV 41% vor vs I/II 98%, III/IV 2% nach Therapie, p < 0.001) und NT-proBNP (852 ng/l [49-6118] vs 276 ng/l [45-8099], p < 0.001) in der gesamten Kohorte. LV-EF (29±12% vs 44±12%, p < 0.001), left ventricular enddiastolic volume index (LVEDVI) (121±39 ml/ m2 vs 107±36 ml/ m2, p < 0.001), cardiac index (2±0.6 l/min/ m2 vs 2.4±0.6 l/min/m2, p < 0.001) und pulmonary capillary wedge pressure (15mmHg [4 42] vs 11mmHg [6-26], p=0.001) verbesserten sich ebenfalls.

Responder (n=35, 57%) waren vor Therapiebeginn in einer höheren NYHA Klasse (III/IV 54% vs 23%, p=0.014), hatten ein höheres NT-proBNP (1387 ng/l [53 - 6118] vs 406 ng/l [49 - 5329], p=0.018), eine niedrigere LV-EF (26±11% vs 34±13%, p < 0.001) und höhere Leukozyten (7.7 G/l [4.4 - 15.4] vs 6.4 G/l [4.2 - 12.6], p=0.007).

Interessanterweise fanden sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen in Hinblick auf hämodynamische Parameter, LVEDVI und das Ausmaß der myokardialen Inflammation/Fibrose. Die neurohumorale Therapie beider Gruppen war vergleichbar. In der multivariaten logistischen Regression (Krankheitsdauer, LV-EF, CI, Leukozyten, CD14pos Lymphozyten/mm2) zeigten sich hohe Leukozyten sowie eine niedrige LV-EF vor Therapiebeginn als unabhängige Prädiktoren des Endpunkts klinische Verbesserung/NT proBNP Abnahme.

Konklusion

Bei virusnegativer inflammatorischer Kardiomyopathie profitieren besonders Patienten mit schwererer Manifestation sowie höheren Leukozyten bei Vorstellung von einer immunosuppressiven Therapie.

Diese Ergebnisse präsentiert Dr. Philipp

Hörmann am Donnerstag, den 29. Mai um

14:45 - 16:15 im Papageno-Saal

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben