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Dr. Andreas Kammerlander, MedUni Wien.
 
Kardiologie 28. Mai 2014

Stellenwert des rechten Ventrikel nach Herz-OP

Eine eingeschränkte Rechtsventrikelfunktionund nicht eine wirksame Trikuspidalklappeninsuffizienz beeinflusst das Überleben von PatientInnen nach linksseitiger Herzklappenoperation.

Nach linksseitiger Herzklappenoperation entwickelt sich relativ häufig eine Trikuspidalklappeninsuffizienz (TI). Der Einfluss einer zumindest mittelgradigen TI auf das Überleben ist bei dieser Patientengruppe nicht bekannt, eine Re-Operation aufgrund der TI ist jedoch mit einem signifikanten Mortalitätsrisiko verbunden.

Methoden und Ergebnisse

In unsere Studie wurden 571 Patienten nach vorangegangener linksseitiger Klappenoperation eingeschlossen und 53±15 Monate prospektiv beobachtet. Eine signifikante TI wurde echokardiografisch als TI ≥ mittelgradig definiert.

Bei 123 (21.5%) PatientInnen bestand eine signifikante TI (64% Frauen, p=0.002). Diese PatientInnen hatten häufiger Vorhofflimmern (46% vs. 20%, p < 0.001), waren symptomatischer (NYHA ≥II 56% vs. 31%, p < 0.001), hatten einen größeren rechten Ventrikel (37.5±7.0mm vs. 33.1±4.7mm, p < 0.001), dilatiertere Vorhöfe (links: 66.8±12.5mm vs. 57.7±7.8mm und rechts 64.9±12.4mm vs. 55.6±7.3mm; beide p < 0.001), eine niedrigere glomeruläre Filtrationsrate (61±17 vs. 68±18 ml/min), eine schlechtere Linksventrikelfuktion (LVEF < 50%: 19% vs.11%; p=0.032) und häufiger eine Rechtsventrikeldysfunktion (17% vs. 3%, p <0.001).

127 (22.2%) PatientInnen verstarben im Beobachtungszeitraum: 43 (35%) mit signifikanter TI versus 84 (19%) ohne signifikante TI (p <0.001).

Die Kaplan-Meier-Analyse zeigte ein schlechteres Gesamtüberleben für PatientInnen mit signifikanter TI (log rank p <0.001). In der multivariablen Cox-Regressionsanalyse konnten Alter (p <0.001), Größe des linken Vorhofs (p <0.001), koronare Herzkrankheit (p=0.011), chronisch obstruktive Lungenerkrankung (p=0.047) und eine eingeschränkte Rechtsventrikelfunktion (p=0.032), nicht jedoch eine signifikante TI als unabhängige Prädiktoren für das Überleben identifiziert werden.

Conclusio

Eine eingeschränkte Rechtsventrikelfunktion nach linksseitiger Klappenoperation ist im Gegensatz zur signifikanten TI unabhängig mit erhöhter Mortalität assoziiert. Aufgrund dieser Ergebnisse sollte eine isolierte Operation der TI bei diesen PatientInnen kritisch hinterfragt werden. Weitere Studien sind notwendig, um Patientengruppen zu identifizieren, die von einer derartigen Operation profitieren könnten.

Diese Ergebnisse präsentiert Dr. Andreas

Kammerlander am Donnerstag, den 29. Mai

um 16:30 - 18:00 Papageno-Saal

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